Eltern versetzen sich in ihre Kinder

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 17. Januar 2019

Schopfheim

"Nicht wanken, wenn man angerempelt wird": Prävention ist Thema von Elternabenden am THG Schopfheim.

SCHOPFHEIM (BZ). Am Theodor-Heuss-Gymnasium Schopfheim werden Schüler mit zahlreichen Veranstaltungen im Umgang Jugendthemen wie Sucht, Soziales oder Gewalt präventiv geschult. Doch das Angebot gilt nicht nur den Jugendlichen: Auch für die Eltern gibt es am THG Schulungsangebote. So fanden vor kurzem im Rahmen des THG-Programms zum Thema Prävention zwei Abende für Eltern statt – "Suchtprävention in der Familie" und "Soziales Ankommen am THG".

Referent Jürgen Bittner von der Drogen- und Jugendberatungsstelle des Arbeitskreises Rauschmittel in Lörrach hatte den Fokus seines Vortrags beim traditionellen Elternabend zum Thema Suchtprävention in den vergangenen Jahren eigentlich immer auf bestimmte grundlegende Bedürfnisse von Heranwachsenden – und auch Erwachsenen – gerichtet, deren Erfüllung zu einer gelingenden und vertrauensvollen Beziehung zwischen Eltern und "starken" Kindern und Jugendlichen führen können. In diesem Jahr wartete er mit einer neuen Konzeption der Veranstaltung auf, schreibt das THG in einer Mitteilung: Mehr als in den Vorjahren konzentrierte sich sein Vortrag auf das Thema Pubertät. So betonte er, dass Provokationen und riskantes Verhalten wichtige Bestandteile der Identitätsfindung seien, und es für die Jugendlichen von besonderer Bedeutung sei, zu sehen, dass "die Eltern nicht wanken, wenn sie angerempelt werden".

Vorschriften und Verbote nützten ab einem gewissen Alter nicht mehr, so auch die Erfahrung der anwesenden Eltern. Dies schließe aber nicht aus, dass Eltern jederzeit klare Position beziehen und ihre Meinung sowie ihre eigene Befindlichkeit klar benennen sollten. Auch beim Thema Drogenkonsum sollte man sich bemühen, mit dem Jugendlichen in Kontakt zu bleiben und ehrliches Interesse an den Motiven für das jeweilige Verhalten zu zeigen. In einem Rollenspiel konnten die Eltern selbst erfahren, wie unterschiedlich die gleiche Botschaft ankommt, wenn verschiedene Erwartungen der Agierenden zugrunde liegen.

Ebenso praxisnah wurden den Eltern der fünften Klassen beim Elternabend zum Thema "Soziales Ankommen" am THG die Inhalte des Abends vermittelt. Weil der Übergang von der Grundschule zum Gymnasium ein großer Schritt für die jungen Schüler ist und sich neben dem neuen Gebäude, neuen Lehrern und Lehrinhalten auch das soziale Umfeld wandelt, luden Schulsozialarbeiterin Melanie Vahl, Beratungslehrerin Jutta Borkowski-Junge und Ingeborg Pallaske, Lehrerin für Prävention, zu diesem Themenabend ein.

Konflikte und Mobbing, die Entwicklung während der Pubertät, Unterstützungsangebote am THG sowie Angebote des Beratungsteams der Schule wurden thematisiert. Dabei war es den Referentinnen besonders wichtig, mit den Eltern ins Gespräch zu kommen und den Elternabend anschaulich zu gestalten. So gab es neben dem Austausch an "Diskussionstischen" auch eine Live-Beratung, in der die Eltern fiktiv in die Rolle eines hilfesuchenden Kindes schlüpfen konnten.

Mehr Infos zu zur Schulsozialarbeit am THG bietet die Homepage unter http://www.thg.pcom.de