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18. Mai 2010

"Heute so, morgen anders, bringt nur Verwirrung"

Holger Schüler hatte die volle Aufmerksamkeit der Hundefreunde in der voll besetzten Stadthalle / Tipps amüsant vermittelt.

  1. Volles Haus hatte der Hunde-Erziehungsberater Holger Schüler in der Stadthalle. Er kam mit seinen beiden Vierbeinern. Foto: Heiner Fabry

SCHOPFHEIM (bry). "Wenn Sie Ihren Hund erziehen wollen, dann fangen Sie bei sich selbst an." Holger Schüler, Hunde-Erziehungsberater, überraschte sein Schopfheimer Publikum mit überraschenden Ratschlägen. Hund und Hundebesitzer sind ein "Team auf sechs Pfoten", und da geht es gemeinsam oder es geht eben nicht. Ein gedeihliches Zusammenleben bedeutet auch Arbeit. Arbeit, die von beiden Seiten geleistet werden muss.

Der Auftritt von Holger Schüler mit seinen beiden Hunden Siska und Falk war ein vergnüglicher, unterhaltsamer und vor allem sehr lehrreicher Abend für die Besucher, die die Schopfheimer Stadthalle bis auf den letzten Platz füllten. Anhand seiner langjährigen Erfahrung als "Erzieher problematischer Hunde" führte Holger Schüler vor, was er im Kontakt mit verzweifelten Hundebesitzern erlebt, vor allem, wie Hundebesitzer mit ihren vierbeinigen Lieblingen umgehen. Die Heiterkeit im Saal und der immer wieder aufbrandende Szenenapplaus zeigten, wie sehr der Hundeflüsterer immer wieder ins Schwarze traf.

Das beginnt schon beim gemeinsamen Ausgang. Wie fühlt man sich so als Hund an der Leine, wenn man nicht weiß, wo Herrchen oder Frauchen eigentlich hin will. Holger Schüler bat eine Dame aus dem Publikum auf die Bühne, legte sie an die Leine und zerrte sie hin und her. Mit klaren Handzeichen – jetzt gehen wir nach links – wurde der Spaziergang deutlich einfacher, und für die "Angeleinte" angenehmer. "Der Hund macht nur, was Sie ihm signalisieren", lautete die Botschaft. Aber dieses Signal muss eindeutig und konsequent sein, sonst funktionieren auch die Signale nicht. "Heute so und morgen anders bringt nur Verwirrung für den Hund", erläuterte der Hundeberater, und dann darf man sich nicht wundern, wenn der Hund seine eigenen Regeln aufstellt. Überhaupt die Regeln. "Klare Vereinbarungen müssen sein", betonte Holger Schüler. Dabei ist es wichtig, wer die Vereinbarung trifft.

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Darf der Hund aufs Sofa oder nicht? "Wenn Sie nachgeben, dann trifft der Hund seine Vereinbarung mit Ihnen und nicht umgekehrt", gab er zu bedenken, dann darf man sich nachher über die Folgen nicht beklagen. Das eigene Verhalten ist auch ein klares Signal an den Hund, und hierbei machte Holger Schüler deutlich, dass er nicht nur das Verhalten gegenüber dem Hund meint. "Der Hund beobachtet Sie den ganzen Tag", erklärte er. Und der Hund registriert genau, was um ihn herum vorgeht. Strenge in die eine Richtung und Nachgiebigkeit in die andere sind ebenfalls Signale, die der Hund auf seine Weise deutet. "Wenn er dann für sich Schlüsse zieht, die Ihnen nicht gefallen, dürfen Sie sich nicht wundern", lautete eine weitere Erkenntnis.

Harmonisches Zusammenleben bedeutet viel Arbeit

Holger Schüler demonstrierte mit seinen beiden vierbeinigen Helfern, wie als schwierig erlebte Situationen positiv zu bewältigen sind. Leine anlegen, spielen und toben oder der gemeinsame Spaziergang draußen, alles Aktivitäten, die sich angenehm für beide Partner gestalten lassen, wenn man aufeinander eingeht. "Ein liebevolles und harmonisches Zusammenleben zwischen den beiden Partnern bedeutet Arbeit. Arbeit, die beide gleichermaßen leisten müssen", erklärte der Hundeflüsterer.

Wer genau zuhörte, konnte am Samstagabend auch viel über einen positiven Umgang mit seinen Mitmenschen lernen.

Autor: bry