Nicht jeder mag die GroKo

Anja Bertsch

Von Anja Bertsch

Di, 09. Januar 2018

Schopfheim

Diskussionen bei der SPD.

SCHOPFHEIM (jabe). Zwischen Resignation und motiviertem "Ärmel hochkrempeln!" schwankte die Gefühlslage der Schopfheimer Genossen beim Dreikönigshock mit Blick auf die Situation der eigenen Partei nach den Ergebnissen der letzten Bundestagswahl. Insbesondere in Sachen GroKo (Große Koalition) zeigten sich die Anwesenden in einer angeregten Diskussion hin und her gerissen zwischen verhaltener Befürwortung und strikter Ablehnung: Die einen plädierten für eine starke Oppositionsrolle, um die eigenen Ziele nicht weiter zu verwässern und das Profil der Partei wieder deutlicher erkennbar zu machen. "Ich bin äußerst skeptisch gegenüber einer großen Koalition", erklärte etwa Landtagsabgeordneter Rainer Stickelberger beim Dreikönigshock. Andere plädierten mit Blick auf die Gestaltungsmacht für eine Regierungsbeteiligung und argumentierten, dass das eigene Profil in einer großen Koalition nicht notwendigerweise unscharf bleiben müsse: So könne durchaus auch innerhalb einer – zwangsläufig aus Kompromissen geschmiedeten – Koalition klar definiert sein, welche Projekte auf wessen Konto gehen – und welche eben ausdrücklich nicht. Ob GroKo oder nicht: Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer darin, dass mit Blick auf die eigenen Positionen, etwa bei der Befürwortung der Bürgerversicherung, "klare Kante" und Durchsetzungskraft oberstes Gebot seien. In einem Schreiben will die Schopfheimer SPD nun Gefühlslage, Positionen und Überlegungen aus der Basis an die Parteiführung kommunizieren.

Während die Schopfheimer Sozialdemokraten mit den Parteioberen in Berlin haderten, zeigten sie sich mit der Situation vor Ort durchaus zufrieden: Insbesondere der neu angetretene Kandidat Jonas Hoffmann habe sich als echte Entdeckung mit Zeug zum künftigen Hoffnungsträger entpuppt, war man sich einig: "In Jonas Hoffmann hatten wir den idealen Kandidaten", erklärte Rainer Stickelberger unter dem Applaus der Anwesenden: Er habe selten jemanden erlebt, der als Neuling so schnell ins politische Geschäft gefunden und so eingeschlagen habe.