Unmut in Eichen wegen unklarer Rathaus-Zukunft

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 12. September 2018

Schopfheim

Bürgermeisterkandidat Thomas Gsell stellte sich im Ortsteil vor und hörte sich Anliegen und Sorgen der Bürger an.

SCHOPFHEIM-EICHEN (BZ). In seiner Wahlveranstaltung in Eichen stellte sich Thomas Gsell (57) als gebürtiger und hier mit seiner Familien lebender Schopfheimer vor, der der Stadt und ihren Bürgern seit langem eng und intensiv verbunden sei.

Ein Schwerpunkt des neuen Bürgermeisters müsse sein, die bereits laufenden Projekte – wie der Campus, das Uehlin-Areal und die Weiterführung der Innenstadt-Entwicklung – "konstruktiv und zügig voranzubringen", heißt es in einer Pressemitteilung. Ganz persönlich liege ihm die weitere Innenstadt-Verkehrsberuhigung am Herzen. Nach seinen eigenen Vorstellungen könne man erwägen, das Rathaus und die Stadtverwaltung zentrumsnah an einen anderen Standort zu verlegen. Die bestehenden Gebäude am Marktplatz sollten einer anderen Nutzung zugeführt werden (Gewerbe, Gastronomie oder bezahlbarer Wohnraum). Der Wochenmarkt müsse unbedingt beibehalten werden, man könne sogar darüber diskutieren, den Wochenmarkt in Richtung Alte Kirche zu erweitern. Dann könnte der Marktplatz autofrei gestaltet werden. Für einen Fußgängerbereich in der ganzen Innenstadt wolle sich Thomas Gsell "jetzt noch nicht einsetzen", heißt es in der Pressemitteilung. Aber damit die Innenstadt ihre besondere Attraktion beibehalte, wäre zusätzlicher Parkraum, zum Beispiel in Form eines Parkdecks in der Nähe des Bahnhofs, wünschenswert. Auch sprach sich Gsell "unbedingt für die Beibehaltung des Schwimmbads" aus. Derzeit werde auch diskutiert, ob die Stadt das Schwimmbad in Zukunft wieder in Eigenregie führen soll. Da der bestehende Pachtvertrag jährlich gekündigt werden kann, stünde dem rechtlich nichts entgegen. Da aber das Schwimmbad sanierungsbedürftig sei, hänge ein solcher Entscheid von den finanziellen Möglichkeiten der Stadt ab. Bei solchen Großprojekten – wie der Verlegung des Rathauses oder dem Betrieb des Schwimmbads – müsse immer im Auge behalten werden, dass alle Entscheide nicht vom Bürgermeister, sondern vom Gemeinderat gefällt werden. Es muss in jedem Fall um die benötigten Mehrheiten gerungen werden, so Thomas Gsell. Bei seiner Vorstellungsrunde wurde Thomas Gsell auch mit Fragen zu Eichen konfrontiert. Ein Bürger beklagte, dass schon seit Längerem über einen Verkauf des Alten Rathauses und eine mögliche Sanierung der Hülschematthalle verhandelt werde, die Bürger aber über Inhalt und Verlauf dieser Verhandlungen nicht informiert würden. Dabei sei dieses Projekt für das Dorf von eminenter Bedeutung, hänge doch von dieser Entscheidung die weitere Entwicklung des Dorfmuseums, des Kindergartens und die Bereitstellung von Räumen für die örtlichen Vereine und die Ortsverwaltung ab. Dass nicht ausreichend informiert werde, führe zu erheblichem Unmut im Dorf. Wolfgang Bühler, zweiter Vorsitzender des Brauchtumsvereins und Mitglied im Gutachterausschuss, gab bekannt, dass das in Auftrag gegebene Gutachten so gut wie fertig sei und in Kürze dem Bürgermeister zugehen wird. Erst dann, wenn auf einer konkreten Grundlage weiter verhandelt werden könne, werden auch die Bürger umfassend informiert. Gsell griff diese Kritik auf und erklärte, als Bürgermeister werde er regelmäßige Sprechstunde des Bürgermeisters wieder einführen. Er werde sich auch für eine stärkere Beteiligung der Stadt und der Ortsteile und ihrer Bürger bei der Information und dem Gespräch mit den Bürgern einsetzen.