Welcome to the Line Dance!

inbo

Von inbo

Mo, 29. September 2014

Schopfheim

550 Gäste kamen zur ersten Country-Night in die Stadthalle und tanzten Line Dance / Im Oktober 2015 geht es weiter.

SCHOPFHEIM (inbo). 550 tanzfreudige Anhänger der Westernszene folgten am Samstag der Einladung zur ersten Country-Night in die Stadthalle. Bis in die Morgenstunden wurde geschwoft und gefeiert. Das gab es noch nie, freuten sich die Organisatoren. Eingeladen hatten zu dem Tanzmarathon die Fahrnauer Guggemusik "Schlierbachschränzer" sowie die Rheinfelder "Line Dancer Shooting Eagles" und die Fasnachtsclique "Harlekins".

Die Resonanz habe die Erwartungen bei Weitem übertroffen, sagte Harlekin-Chef Rüdiger Holdorf. Der Ideengeber berichtete, dass die Premiere der Tanznacht letztes Jahr in Nollingen stattfand. Der Andrang war immens und stieß räumlich an die Grenzen. So wurde die Zweitauflage über den Berg in die Stadthalle verlegt, von Holdorf kurzerhand in "Hannis Dance Hall" umbenannt. Hanni Zimara (Schopfheim) und Sabine Thoma (Weil am Rhein), zwei echte Fachfrauen, hatten sich wie nahezu alle Besucher in Schale geworfen, ganz wie es der Line Dance verlangt. Die Gäste formierten sich zur Gruppe, die sich in Reihen bewegte, und unsichtbaren Linien folgt. Das besondere am Line Dance: Als Einzelperson kann man sich nahtlos in die tanzende Masse einfügen.

Line Dance erlebt gerade einen Boom, weiß Holdorf. Entstanden ist der Tanzstil in den USA als Volksmusik des Südens und Mittelwestens. Entsprechend dekoriert war die Dance Hall: Bunte Flaggen hingen von der Decke, Lederwesten mit und ohne Fransen waren ebenso ein Muss wie Karos, Hüte und natürlich Cowboystiefel bei Weiblein und Männlein. Erlaubt waren weiter Glitzer und Nieten, die Stiefel auf T-Shirts zeichneten.

Angereist waren Tanzformationen aus der Nordwestschweiz, dem Elsass und ganz Südbaden. Im "Saloon" (Stadthallen-Foyer) lockten Country-Genüsse, etwa der "Schwarze Hengst", ein eigens kreiertes Getränk. Für die richtigen Klänge, die acht Stunden lang aus den Boxen donnerten, sorgten vier Live-Bands. Über vier Stunden dauerte ihre Fahrt aus Limburg, erzählt Annemarie, die Sängerin von "Voices of Sunrise". Das Vater-Tochter-Duo beschallte die Tanzwütigen mit melodischem Sound, der gut ankam. Töne der härteren Gangart folgten mit den Mannen von "Reach", einer Band, die aus dem wilden Süden bei Stuttgart stamme. Die Formation "Nonstop R&J" kam mit Fankorona aus schweizerischem Gefilde. Stets gefüllt war die Tanzfläche, immer neue Tänzer gesellten sich dazu.

Eine von 550 war am Samstag die Weltmeisterin des Line Dance, Michaela Heino. Die 52-jährige stammt aus Bayern und lebt heute im Elsass. Seit elf Jahren frönt sie dem Tanzsport, 2012 holte sie den Line Dance-Weltmeister-Titel in den USA. Als Schauplatz für die Wettkämpfe dienen die Städte Orlando und Nashville. Immer im Wechsel finden sich Teilnehmer aus aller Herren Länder ein. Unter 190 Bewerbern setzte sie sich vorletztes Jahr durch. In Nashville wurde sie im Folgejahr Dritte, erzählt Michaela Heino, die einen schwedischen Nachnamen trägt. Den Titel der Landesmeisterin sicherte sie sich vorher in Italien, Frankreich und England.

Gute Nachrichten gibt es vom Veranstalter für alle Country- und Tanz-Fans: Für den 10. Oktober 2015, also in einem Jahr, ist "Hannis Dance Hall" wieder gebucht.