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14. Dezember 2012

Am Sabbat ist viel Zeit für die Familie

Ein Besuch in der Freiburger Synagoge machte Zischup-Reporter aus Müllheim neugierig auf die jüdische Geschichte.

  1. Blick von der Synagoge in den Himmel Foto: Privat

  2. Foto: Privat

Die Klasse 8d der Alemannen Realschule Müllheim besuchte im Oktober die Synagoge in Freiburg. Sie liegt in unmittelbarer Nähe des Münsters. Dort erfuhren die Schülerinnen und Schüler vieles über die jüdische Geschichte.

Angekommen in der Synagoge bekamen die Jungen der Klasse nach jüdischem Brauch eine Kippa, um den Kopf zu bedecken. Dies geschieht aus Ehrfurcht und Respekt vor dem Ewigen, also Gott.

Klaus Teschemacher von der jüdischen Gemeinde Freiburg führte die Klasse durch die Synagoge. Er erzählte den Schülern, wie die Gottesdienste im Wesentlichen ablaufen: Die anwesenden Männer beten und lesen aus der Thora (die Fünf Bücher Mose). Im Gottesdienst steht die Thora im Mittelpunkt. An der Seite steht, welcher Abschnitt in der Thora gelesen wird. Die jüdische Gemeinde in Freiburg besitzt sieben Thorarollen im Wert von je 24 000 bis 34 000 Euro. Die Klasse durfte sich die Thorarollen anschauen und Fragen stellen.

Im Gemeindehaus steht ein siebenarmiger Kerzenleuchter, die Menora. Während der vierzigjährigen Wanderung von Ägypten durch die Wüste ins "gelobte Land" Israel trugen die Israeliten die Menora stets mit sich. Daher ist sie eines der wichtigsten religiösen Symbole des Judentums. Zusätzlich befindet sich ein achtarmiger beziehungsweise neunarmiger Kerzenleuchter in der Synagoge, der Chanukkaleuchter.

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Das Chanukkafest erinnert an die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem, als die Juden nur so viel rituell reines Olivenöl vorfanden, dass die Menora lediglich einen Tag lang brennen konnte. Der Brennstoff reichte jedoch auf wundersame Weise acht Tage lang. Daher wird acht Tage lang jeden Tag eine Kerze mehr angezündet. Wozu dient dann aber die neunte Kerze? Sie wird "Diener" genannt, weil sie dazu dient, die anderen Kerzen anzuzünden, so Klaus Teschemacher.

Er erklärte auch, dass Juden koscher leben. Das bedeutet, dass sie nur Tiere essen dürfen, die gespaltene Klauen haben, Paarhufer und Wiederkäuer sind, wie Schafe, Ziegen oder Kühe. Essen dürfen sie auch Meerestiere, die Flossen und Schuppen haben. In der Thora steht, dass der Genuss von Blut strikt untersagt ist. Deshalb wurde eine spezielle Schlachtmethode entwickelt, das Schächten. Nach dem Verzehr von Fleisch müssen die Juden mindestens sechs Stunden warten, bis sie Milchprodukte zu sich nehmen dürfen.

Der heilige Tag der Woche ist der Sabbat. Er beginnt am Freitag, wenn es dunkel wird und endet am Samstag bei Einbruch der Dunkelheit. In diesen 24 Stunden darf nichts Neues erschaffen werden, das heißt, kein Schalter soll umgelegt werden, kein Fernseher benutzt werden und es darf nicht einmal gekocht werden. Am Sabbat ist viel Zeit für Familie und Gäste, zum Lesen, zum Beten und zum Reden, außerdem sollen Gottesdienste besucht werden.

Dieser Besuch in der Synagoge hat alle Schüler sehr beeindruckt und das Interesse an jüdischen Geschichte in Freiburg geweckt.

Autor: Rebecca Siehl,