Das Ausweichen soll ein Ende haben

Karl Kovacs

Von Karl Kovacs

Mi, 15. November 2017

Schuttertal

Anstatt auf Plätzen im Kinzigtal zu trainieren, will der SV Dörlinbach endlich einen Kunstrasenplatz.

SCHUTTERTAL-DÖRLINBACH. Beim dritten Anlauf soll es klappen: Der SV Dörlinbach möchte in Zukunft auf einem Kunstrasenplatz trainieren und spielen. Der aktuelle Rasenplatz hat laut den Vereinsverantwortlichen ein Gefälle von mehr als zwei Metern und genügt den Ansprüchen nicht mehr.

"Unser Fußballplatz ist kein Schmuckstück", sagt Heiko Wangler, einer der vier Vorsitzenden des SV Dörlinbach, beim Treffen mit der BZ. Zum letzten Mal sei er 1983 saniert worden. Damals mit einem Zuschuss von 30 000 D-Mark. Einen modernen Kunstrasenplatz benötige der Verein, um sportlich mit der Konkurrenz aus der Nachbarschaft mithalten zu können, erläutert Wangler. "Unsere Mannschaften müssen besonders im Winter zum Trainieren auf andere Plätze ausweichen. Dafür mieten wir Plätze zum Beispiel in Freiamt, Biederbach oder Prinzbach an. Nur auf Kunstrasen kann ganzjährig trainiert werden. Ohnehin haben wir nur einen Platz."

Weiteres Problem: Vor allem die Jugendlichen ab der C-Jugend kicken in der Spielgemeinschaft mit Seelbach und Kuhbach-Reichenbach. Dort habe sie bessere Trainingsmöglichkeiten. "Von diesen Spielgemeinschaften kann keine in Dörlinbach trainieren, weil es im Winter nicht geht", sagt Wangler. Durch die guten Bedingungen in den anderen Orten werde es zudem immer schwieriger, die Fußballer in ihrem Heimatverein in Dörlinbach zu halten. Die Konsequenz: Der Verein fürchtet, in Zukunft nicht wettbewerbsfähig zu sein – Spieler im Herrenbereich kommen nicht mehr nach.

"Geht alles gut, könnte

2019 gebaut werden."

Dominic Winterer
Die Lösung sehen Wangler und sein Vorstandskollege Dominic Winterer nur in einem Kunstrasenplatz. Dabei soll der Platz nicht exklusiv dem SV Dörlinbach gehören, betonen die beiden Vorsitzenden. Die Fußballer aus Schweighausen sollen ebenfalls darauf trainieren und spielen. Ziel sei es, eine eigene Spielgemeinschaft mit Schweighausen im Herrenbereich, zu gründen. "Die Gespräche darüber laufen", sagt Wangler, schränkt aber umgehend ein: "Mit der momentanen Infrastruktur ist eine Spielgemeinschaft aber schwer bis unmöglich umsetzbar. Sollte dieses Modell in Zukunft entstehen, muss es neben dem Rasenplatz in Schweighausen eine ganzjährige Trainingsmöglichkeit geben."

Kunstrasenplätze sind teuer. Dominic Winterer rechnet für den Platz in Dörlinbach mit 450 000 Euro. Dabei koste allein der neue Unterbau 240 000 Euro. Finanziert werden soll der Platz über Eigenmittel, maximal 100 000 Euro, und eine Förderung der Gemeinde, bei der der Verein im September 254 000 Euro beantragte. Der Rest (96 000 Euro) könnte vom Badischen Sportbund kommen, erläutern die Vorsitzenden.

"Das ist viel Geld", räumt Winterer ein. Gerechtfertigt ist es seiner Meinung nach dennoch: "Es ist keine Investition nur in den SV Dörlinbach, sondern in den Fußball und Breitensport im Schuttertal. Damit wäre die Spielgemeinschaft möglich." Winterer geht von einer Entscheidung noch in diesem Jahr aus. "Wenn alles gutgeht, könnte der Platz 2019 gebaut werden."

Bürgermeister Carsten Gabbert bestätigt auf Nachfrage: "Der Gemeinde liegt der Antrag des Vereins vor. Allerdings ist dieser unvollständig. Erst wenn die fehlenden Unterlagen, unter anderem zur Pacht des Grundstücks, vorliegen, kann der Antrag dem Gemeinderat vorgelegt werden." Sehr angetan vom Vorhaben des SV Dörlinbach scheint Gabbert nicht zu sein, wie im Gespräch deutlich wird. Besonders die Höhe der Summe, 254 000 Euro, sieht er kritisch.