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02. August 2012

Heiß begehrter Bartelträger

Der Wels ist ein Kultfisch geworden / In Ottenheim kamen gleich 15 Angler aus dem Ortenaukreis zum Welsworkshop.

  1. Erfolgreicher Drill: Günther Kern hat am 25. Juli diesen Wels aus dem Rhein ergattert. Foto: privat

SCHWANAU-OTTENHEIM. Der Wels oder Waller ist eine Art Kultfisch geworden, der sich nicht nur in den berühmten Gewässern von Frankreich, Spanien und Italien fangen lässt. Auch in Deutschland, vor allem im Rhein, nehmen die Bestände des fast grätenlosen Fisches rasant zu. Mittlerweile ist bekannt, dass es große, ja extrem große Waller im Rhein gibt. Doch zu Gesicht bekommt man die größte Fischart unserer Region sehr selten. Der Angler Günther Kern aus Ottenheim hat sich auf diese Fischart spezialisiert.

Neun Welse hat Günther Kern allein im vergangenen Jahr aus dem Rhein gezogen. Zwar hatte davon keiner die Zwei-Meter-Länge geknackt – aber der Drill (Kampf mit dem Fisch an der Angelschnur bis zu seiner Ermüdung) der bis zu 1,50 Meter langen Fische war dennoch lang und aufregend. Aber das macht dem 50 Jahre alten Hobbyangler nichts aus. Ganz im Gegenteil: Der Drill, so Kern, sei doch gerade der Kick, der das Angeln auf den Wels ausmache.

Weil das Angeln auf den Wels auch hier in der Region immer beliebter wird, bot Kern jüngst im Ottenheimer Anglerheim einen Workshop dafür an. 15 Teilnehmer aus dem Ortenaukreis meldeten sich dafür, ließen sich von ihm in Theorie und Praxis in die Geheimnisse der Angelmethoden für den Wels einweihen. Gleich zu Beginn des Lehrgangs betonte Kern, dass wegen des oft hohen Gewichts der Fische eine kräftige Ausrüstung nicht übertrieben ist. "Mit einem normalen Hechtgerät macht ein 100-pfündiger Wels so ziemlich, was er will", so Kern. Kern stellte die verschiedenen Möglichkeiten des Fischens auf den Wels vor: Der Wels verbringt die meiste Zeit am Grund des Gewässers – darum sollte er an der Oberfläche befischt werden, denn da geht er auf die Jagd. Auch dürfen es große Köder sein. Mittlerweile, so Kern, halte der Fachhandel besonders großflächige, bis zu 100 Gramm schwere Blinker bereit, die beim Auftreffen aufs Wasser ein kräftiges Geräusch verursachen und so den Wels neugierig machen. Möglich ist jedoch auch das Angeln mit Wurmbündeln und Köderfischen an großen Haken.

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Günther Kern, der auch zeigte, welche Ausrüstung nötig ist, um den Bartelträger fangen zu können, ließ sich auch Kniffe aus der Trickkiste des Welsanglers entlocken. Für den hatte er das gesamte für den Welsfang erforderliche Material zur Verfügung gestellt. So mussten die Teilnehmer in kleinen Gruppen auch gleich entsprechende Angeln Schritt für Schritt montieren. Dann ging es raus an den Rhein, wo das erworbene Wissen gleich in die Tat umgesetzt wurde.

Allerdings konnte keiner der Teilnehmer mit einem ersten Erfolgserlebnis aufwarten. Die Witterung an jenem Tag war zu kalt. Denn der Wels reagiert äußerst sensibel auf Schwankungen der Wassertemperatur, erklärte Günther Kern: Sinkt sie ab, was in der vergangenen Woche ja der Fall war, wird er passiv. Insofern ließ sich der so gefragte, aber eigenwillige Fisch zumindest an jenem Abend egal von welcher Angeltechnik der Workshopteilnehmer nicht beeindrucken.

Autor: Martin Frenk