Ausflugschiffe können nicht anlegen

Valentin Zumsteg

Von Valentin Zumsteg

Mi, 08. August 2018

Rheinfelden / Schweiz

Felsabtragung am Rheinufer bei der Anlegestelle wird zum Thema / Tagestourismus spielt für die Nachbarstadt eine wichtige Rolle.

RHEINFELDEN/SCHWEIZ. Tote Hose bei der Schiffanlegestelle: Obwohl Saison ist, kommen keine Passagiere ins Zähringerstädtchen. Die Schiffe der Basler Personenschifffahrt AG können in Rheinfelden nicht anlegen, weil der Rhein zu wenig Wasser führt. "Das ist höchst bedauerlich. Die Schifffahrt hat für den Tagestourismus und damit für das Rheinfelder Städtli eine sehr wichtige Bedeutung", erklärt Stadtschreiber Roger Erdin auf Anfrage.

Nach der Schifflände in Basel rangiert die Rheinfelder Schifflände als die am meisten frequentierte Anlegestelle der Basler Personenschifffahrt. "Pro Jahr besteigen oder verlassen in Rheinfelden über 25 000 Fahrgäste ein Schiff. Nun hoffen wir, dass es bald Niederschläge gibt und der Rheinpegel ansteigen wird", sagt Erdin.
Doch die Stadt will es nicht allein beim Hoffen belassen, auch konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Situation werden ins Auge gefasst. "Wir werden prüfen, ob im Zusammenhang mit der bereits bewilligten Neugestaltung der Schiffsanlegestelle die notwendige Tieferlegung des Rheinbettes erfolgen könnte. Dies war bisher nicht vorgesehen", schildert der Stadtschreiber. Ende 2017 hatte die Rheinfelder Einwohnergemeinde-Versammlung einen Kredit in der Höhe von 710 000 Franken für die Erneuerung der Schiffsanlegestelle bewilligt, die Baubewilligung liegt vor. Eine Felsabtragung war bisher aber nicht Teil dieses Projekts.

Zudem weist Erdin daraufhin, dass derzeit in Basel mit Spezialgeräten die Schifffahrtsrinne im Stadtgebiet tiefer gelegt wird, damit große Frachtschiffe künftig auch bei niedrigem Wasserstand verkehren können. "Nachdem die nötige Gerätschaft mehr oder weniger vor Ort ist, möchten wir als Alternative prüfen, ob auch die in Rheinfelden notwendige Felsabtragung erfolgen könnte."

Bislang sind solche Arbeiten jedoch nicht budgetiert. Erdin: "Nun müssen wir erst einmal die Kosten erheben. Vorstellbar ist, dass die Arbeiten als separate Position ins Budget 2019 eingestellt werden. Eine Koordination der Arbeiten mit dem Neubau der Anlegestelle wäre dadurch möglich."

Schon 2015 – auch damals herrschte große Trockenheit – wurde der Rhein bei der Rheinfelder Anlegestelle ausgebaggert, aber der Fels nicht abgetragen. Diese Arbeiten erfolgten im Auftrag des Kraftwerks Augst, da Rheinfelden im Staugebiet des Kraftwerks liegt.