Kulturbummel

Sieben Tipps für die Basler Museumsnacht am Freitag

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Von Michael Baas & Daniel Gramespacher

Do, 17. Januar 2019 um 09:25 Uhr

Basel

36 Häuser und Institutionen beteiligen sich an der Basler Museumsnacht am Freitag. Da ist eine gute Auswahl wichtig. Wir haben sieben Tipps zusammengestellt.

Insgesamt 36 Häuser und Institutionen – vom Kunstmuseum Basel bis zum Schweizerischen Feuerwehrmuseum, vom Vitra Design Museum in Weil am Rhein bis zur Fondation Fernet Branca in Saint-Louis – beteiligen sich am Freitag, 18. Januar, an der 19. Basler Museumsnacht. Mehr als vier bis fünf Stationen aber sind in den acht Stunden kaum zu schaffen. Die BZ hat einige Tipps für die Nacht zusammengestellt.

Staatsarchiv

Das kantonale Staatsarchiv Basel-Stadt ist kein Museum, da es keine Ausstellungen zeigt, aber es hat ebenfalls den Auftrag zu sichern und zu erforschen und ist daher stets Gast an der Museumsnacht. Als Gedächtnis von Stadt und Staat sichert es auf 20 Laufkilometern Unterlagen aus fast 1000 Jahren Geschichte. An der Museumsnacht dürfen die Besucher mit Unterstützung Geschichte unter die Lupe nehmen und Schriften entziffern, mit Gänsekiel und Eisentinte eine eigene Urkunde schreiben, einen Blick in die Magazine und die Digitalisierungswerkstatt werden. Die Verpflegung: Buchstabensuppe und Getränke an der Analphabetenbar.

Waisenhaus

Als Gastinstitution mit von der Partie ist auch das Bürgerliche Waisenhaus. Die Einrichtung hat seit 1669 ihren Sitz im ehemaligen Kartäuserkloster am Kleinbasler Rheinufer. Anlässlich des 350-jährigen Bestehens will sich das Heim dem breiten Publikum präsentieren. Am Freitag gewährt es Einlass in seine kulturhistorisch bedeutenden Räume. Führungen zu Wappen, Glasmalereien und dem Epitaph der Familie Amerbach versetzen in die Zeit des Klosters. Lesungen aus "Zuhaus auf Zeit" vermitteln den Heimalltag. Und bei Konzerten von Studenten der Schola Cantorum an der Arp-Schitger-Orgel in der Kartäuserkirche lässt sich Energie tanken für weitere Etappen.

Antikenmuseum/Skulpturhalle

Die Antike wirkt heute oft angestaubt. Dass es anders sein kann, zeigen das Antikenmuseum und seine ausgelagerte Skulpturhalle. Ersteres setzt sich auf Basis seiner Sammlung mit Nacktheit auseinander, beleuchtet die "Kunst die Blöße" und hinterfragt die Wirkung nackter Körper mitsamt Akrobatik-Performance (20.45, 21.45, 22.45 Uhr) und erotischen Mitternachtsfantsasien aus der Antike (24 und 1 Uhr). Spielt das Museum mit Tabus, setzt die Skulpturhalle auf zeitgenössische Fantasy, um den Staub der Antike abzuschütteln. "Harry Poter und die Antike" lautet das Motto ihres Programms, das Antikes verknüpft mit der Harry-Potter-Welt – von Verwandlungen bis zu Präsentationen, die antike Mythen, Namen und Fabelwesen mit dem Fantasy-Helden von heute verbinden (19, 20, 22 und 23 Uhr).

Kunstmuseum

Inhaltlich gehört das Kunstmuseum zu den Topadressen der Museumswelt, aber auch architektonisch sind die Häuser, der Haupt- und der Neubau und das Haus für Gegenwart, ein Erlebnis. Die Museumsnacht bietet die Chance, beide Dimensionen unterhaltsam und lehrreich zu verbinden. Da gibt’s im Haupt- und Neubau in Erweiterung der Füssli-Ausstellung Angebote, die übersinnliche Wirklichkeit und Sphären zwischen Bewusstsein und Schlaf zu entdecken – von der Hexenbar bis zu Führungen. Im Haus für Gegenwart wird anhand der aktuellen Ausstellung die oft sperrige zeitgenössische Kunst erklärt, darunter die von Sophie Jung, von der es eine Performance gibt (20.30).

HEK und Schule für Gestaltung

Der Kunstcampus auf dem Dreispitzareal im Basler Osten gehört (noch) zu den Hidden Champions des regionalen Kulturbetriebs. Schon atmosphärisch sind das Haus der elektronischen Künste (HEK) und die benachbarte Schule für Gestaltung einen Ausflug wert. Die Museumsnacht bietet die Gelegenheit, auch das Innenleben beider Einrichtungen im Paket zu erkunden. Im HEK gibt’s Hintergründiges und Unterhaltsames zum Thema Klang samt Live-Konzerten auf der Theremin, einem in den 1920er-Jahren kreierten elektronischen Instrument (20 und 22 Uhr). Die Schule für Gestaltung bietet nachtaktive Einblicke und Reflexionen zum kreativen Arbeiten samt Animationen und Überraschungsprogramm.

Vitra Design Museum

Gutes Design verbindet Form und Funktion in der Regel in einer Win-Win-Situation. Eine zentrale Basis dafür ist das Wissen um Werkstoffe und Materialien. Hier setzt das Vitra Design Museum mit seinen Angeboten zur Museumsnacht an. Unter der Überschrift "Material Matters" verwandelt sich darüber der ganze Vitra Campus in ein Erlebnislabor, in dem Materialien aus unkonventionellen Perspektiven durchleuchtet und erlebt werden können. So gibt es ein Lichtlabor auf dem Werksgelände, Laternenführungen über den Campus (20, 21 und 23 Uhr), die HFT Stuttgart präsentiert ungewöhnliche Materialien und Kuratoren führen durch die aktuelle Papanek-Schau (22.30 Uhr).

Archäologische Bodenforschung

Lederschuhe, Hundekot, Ziegenschädel – nicht immer glänzen archäologische Funde auf den ersten Blick. Die Ausgrabungen im Spiegelhof ermöglichen spannende Einblicke in ein Handwerkerviertel, in dem Schuhmacher und Gerber um 1100 nach Christus tätig waren. Dazu zeigt die Archäologische Bodenforschung des Kantons in der Museumsnacht auf dem Münsterplatz eine Pop-up-Ausstellung. Kurzvorträge widmen sich den den Handwerkern am Petersberg und einer Trinkstube der Basler Oberschicht, deren Fundamente bei der Ausgrabung freigelegt wurden. Und das Schuhmuseum Lausanne stellt seine Sammlung Schuhen und Lederaccessoires aus 5000 Jahren vor.
Museumsnacht Basel:

18. Januar, 18 bis 2 Uhr, eine Übersicht aller 36 Einrichtungen und Details: http://www.museumsnacht.ch