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10. Juli 2009

Ausdrucksstarker Chor

Das Ebringer Schlossensemble gastierte in Sölden

  1. Das Ebringer Schlossensemble bei seinem Auftritt in der Söldener Kirche. Foto: Silvia faller

SÖLDEN/EBRINGEN. Es ist eine kleine, jedoch treue Fangemeinde, die dem Ebringer Schlossensemble des Musischen Zentrums bei seinen Konzerten rund um den Schönberg folgt. Und wieder einmal wurden die rund 60 Zuhörerinnen und Zuhörer, die zum Auftritt des Frauenchors in die katholische Kirche St. Fides und Markus in Sölden gekommen waren, nicht enttäuscht. Einmal mehr hat Dirigent Florian Schmid selten gehörte musikalische Besonderheiten gewählt.

Das ist auch schon hervorzuheben und begründet abgesehen vom musikalischen Können und der Ausdruckskraft des Chores den hohen Wert seiner Konzerte. Die sieben Stimmen entfalteten ein bemerkenswertes Volumen, etwa bei den Liedern aus dem französischen Erfolgsfilm "Die Kinder des Monsieur Mathieu" und ebenso bei Strophen aus dem mittelalterlichen Gedicht Stabat Mater dolorosa ("Es stand die Mutter schmerzerfüllt" in einer Vertonung von Giovanni Battista Pergolesi aus dem 18. Jahrhundert).

Zutiefst anrührend interpretierte der Chor im Wechsel mit der Sopranistin Monika Biwald-Schulz diesen Text über das Leiden der Gottesmutter angesichts der Kreuzigung ihres Sohnes. Vor sechs Jahrhunderten waren diese Zeilen aufgeschrieben worden. Dank eines Benediktinerinnenklosters herrschte damals auch in Sölden ein reges religiöses Leben.

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Längst ist dieses Kloster untergegangen und ist aus der Klosterkirche eine Gemeindekirche geworden. Und die eignet sich hervorragend als Konzertraum, besonders für ein derart kleines Ensemble wie das des Musischen Zentrums aus Ebringen. Denn aufgenommen und weit getragen werden dort die Stimmen und ihre instrumentale Begleitung. Die leistete am Piano Anton Illenberger, der frühere Kapellmeister des Freiburger Stadttheaters.

Um eigens Monika Biwald-Schulz bei Liedern des englischen Lautenisten und Komponisten John Downland mit der Gitarre zu begleiten, war Nicole Bachmann nach Sölden gekommen, wegen eines Verkehrsstaus zwar mit Verspätung, so dass Florian Schmid das Programm umstellen musste. So kam es, dass die für das Finale vorgesehenen Zigeunerlieder von Johannes Brahms vorgezogen wurden. Auch dieser Vortrag war gelungen, verstärkt von vier Männerstimmen meisterte der Chor die effektvollen und nicht ganz einfachen Lieder wunderbar.

Auf alles reagierte das Publikum mit großem Applaus. Und so kam es, dass es kaum möglich war, einen Höhepunkt des Konzerts auszumachen.

Autor: Silvia Faller