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15. November 2008

"Das ist ja wunderschön hier"

Willi Stächele besucht als erster Minister Sölden / Freund der interkommunalen Zusammenarbeit

  1. CDU-Bundestagskandidat Daniel Sander und Finanzminister Willi Stächele (von rechts) sowie Söldens Bürgermeister Markus Riesterer (links) im Gespräch mit Jugendlichen. Foto: Tanja Bury

SÖLDEN (tab). Es war nicht nur ein besonderer, sondern ein ganz besonderer Besuch: mit Willi Stächele hat am Mittwoch zum ersten Mal in der Geschichte Söldens ein Minister die Gemeinde besucht. "Und jetzt haben wir nicht mal ein Goldenes Buch", scherzte Bürgermeister Markus Riesterer. Dafür aber leuchtete die Landschaft rund um Sölden golden in der Herbstsonne und begeisterte den Minister: "Das ist ja wunderschön hier, da muss ich mal eine Wanderung machen."

Angetan zeigte sich Stächele, der zusammen mit dem CDU-Bundestagskandidaten Daniel Sander gekommen war, aber nicht nur von Söldens Umgebung, sondern auch von seiner Infrastruktur. Im Schnelldurchgang besichtigte der Minister das Rathaus und ließ sich von Bürgermeister Riesterer den durch Gelder aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) bezahlten Multifunktionsplatz zeigen. Angesiedelt ist das ELR-Programm beim Landwirtschaftsministerium und als Sölden die Zuschüsse bekam, war Willi Stächele noch Landwirtschaftsminister. Auf dem Weg vom Rathaus zum Multifunktionsplatz hielt Stächele ein Schwätzchen mit zwei Jugendlichen, die gerade vom Bus kamen. Der CDU-Politiker wollte erst wissen, welche Schule sie besuchen, wie es ihnen dort gefällt und beglückwünschte sie dann zu ihrer schönen Heimatgemeinde.

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Erfreut zeigte sich Willi Stächele auch darüber, dass in Sölden die Integration von Neubürgern klappt – das sei in einer großstadtnahen Gemeinde ein wichtiger Punkt. Gute Nachrichten für ihn waren auch, dass das Vereinsleben intakt ist und sowohl Kindergarten als auch Schule nicht gefährdet sind. Auch sei der Haushalt Söldens ordentlich, so Stächele. Die Unterstützung solcher Gemeinden, die zwar ländlich geprägt, aber in unmittelbarer Nähe zu einer Großstadt liegen, nannte Stächele eine Pflichtaufgabe der Politik: "Das muss über Sonntagsreden hinausgehen. Diese Gemeinden haben nicht nur Wohnwert, sondern vermitteln auch Wohlgefühl." Die Kleinteiligkeit des Landes gehöre zur seiner Erfolgsgeschichte: "Dennoch bin ich ein Fan der interkommunalen Zusammenarbeit."

Darauf angesprochen, dass diese im Bereich Schönberg erst vor wenigen Wochen gescheitert ist – der Gemeinderat Schallstadt hat sich gegen einen Gemeindeverwaltungsverband Schönberg ausgesprochen –, meinte Stächele: "Wenn alle überzeugt sind von dieser Idee, ist vielleicht ein neuer Anfang möglich." Druck von oben, sprich von der Landesregierung, werde es nicht geben. "Ideen und Umsetzungsvorschläge sollen selbst entwickelt werden, das ist ein zentrales Gut der Selbstverwaltung der Gemeinden", so Stächele, "wir überlassen es den weisen Männern und Frauen vor Ort, die richtigen Entscheidungen zu treffen." Und die, so fügte er noch hinzu, bevor er zum Besuch nach Horben aufbrach, "sollen Klugheit walten lassen."

Autor: tab