"Fast alles gemeinsam gemacht"

Anne Freyer

Von Anne Freyer

Fr, 07. September 2018

Sölden

Lilian und Gernot Lang feiern in Sölden glücklich und dankbar ihre Diamantene Hochzeit / Den Wohnort nachhaltig geprägt.

SÖLDEN. Vor 60 Jahren gaben sich Lilian und Gernot Lang in der Wallfahrtskirche Marä Himmelfahrt zu Kirchhofen das Jawort. Nun, bei der Feier ihrer Diamantenen Hochzeit, brachten sie ihre Freude darüber, dass sich ihre Wege nie getrennt haben, so zum Ausdruck: "Wir durften all diese Jahre in Gesundheit und Zufriedenheit miteinander verbringen. Von Schicksalsschlägen verschont, dürfen wir jetzt noch im hohen Alter in Geborgenheit eine liebevolle und respektvolle Gemeinsamkeit leben." Dass ihr Glück noch lange erhalten bleiben möge, wünschten ihnen Freunde und Verwandte sowie Bürgermeister Markus Rees. Die Gratulationsurkunde, mit der Landrätin Dorothea Störr-Ritter solch seltene Ereignisse zu würdigen pflegt, war bereits im Januar eingetroffen.

Wenige Söldener Bürger dürften ihren Wohnort so nachhaltig geprägt haben wie das Ehepaar Lang. Gernot Lang wurde 1932 als Sohn des damaligen Schulmeisters in Sölden geboren und erlebte seine ersten zehn Jahre im Alten Schulhaus. Die Wirren der Kriegszeit brachten es mit sich, dass sich die Lehrerfamilie in einem Ort nahe Schlettstadt wiederfand, was den Heranwachsenden prägte und seinen weiteren Werdegang bestimmte. Nach einem Gastspiel an der Heimschule Lender in Sasbach und dem schließlich am Freiburger Bertholdgymnasium abgelegten Abitur schlug er die gehobene Postverwaltungslaufbahn ein, die er in den 15 Jahren bis zur Pensionierung 1997 mit der verantwortungsvollen Tätigkeit eines Referatsleiters krönte. Daneben widmete sich Gernot Lang vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten, unter anderem als Mitglied des Musterungsausschusses der Bundeswehr und Gebietsleiter der nebenberuflichen Mitarbeiter der Vereinigten Postversicherung in Stuttgart. Auch sein Wohnort Sölden, wo die Eheleute 1963 in der Herrgasse ein Haus bauten, kam in den Genuss seiner vielfältigen Interessen. Unvergessen ist sein Wirken als Vorsitzender des Musikvereins, als stellvertretender Bürgermeister, als Mitglied des Männergesangvereins, des Schachklubs, des Freizeitsportvereins und der Spielvereinigung Bollschweil-Sölden. Noch heute, erzählt er schmunzelnd, erkennen ihn gelegentlich damalige Fußballbegeisterte als den "Torwart, der keinen Ball ins Netz ließ".

Aus der Ehe mit Frau Lilian, in Freiburg geboren und in Kirchhofen aufgewachsen, ging Sohn Eberhard hervor, zusammen mit dessen drei Söhnen der ganze Stolz der beiden. Sie alle leben jetzt in Bayern, weshalb ein zweites Familienfest anlässlich der "Diamantenen" demnächst dort gefeiert werden soll. Lilian Lang steht ihrem Mann an Tatkraft in nichts nach. Unvergessen ihr alljährlicher Flohmarkt, dessen Erlös stets dem Musikverein zugute kam. Bis 2013 breitete sie, unterstützt von ihrem Mann und zahlreichen Helferinnen und Helfern, ihre Schätze in und vor der Garage ihres Hauses aus, insgesamt 20 Jahre in Folge. Außerdem dürften sich viele Mitbürger an die unzähligen Theaterstücke erinnern, die sie als Regisseurin ihrem Wohnort bescherte, mit Titeln wie "Blaues Blut und Erbsensuppe", "Ein Mann mit Vergangenheit" oder "Chaos GmbH und Co.", das, ganz zeitgemäß, die moderne Computertechnik und deren Tücken zum Inhalt hatte.

"Wir haben fast alles gemeinsam gemacht, darüber sind wir sehr froh", so die Bilanz der Eheleute. Heute lassen sie es etwas langsamer angehen, gönnen sich schon mal die eine oder andere Reise und machen es sich in ihrem schönen Heim gemütlich, wo der Besuch ihrer zahlreichen Freunde immer willkommen ist.