Leserbriefe

Katrin Birke

Von Katrin Birke (Bollschweil)

Fr, 29. Juni 2018

Sölden

LEBENSMITTELMARKT IN SÖLDEN
"Wieder ein Stück Landschaft zerstört"
Zum Artikel "Wir können jetzt loslegen" vom 22. Juni über die Gemeinderatssitzung in Sölden und die dort geäußerte Aussicht, dass der geplante Lebensmittelmarkt zum Jahresende 2019 fertiggestellt sein soll.
Der Artikel klingt nach Erfolg, Tatendrang, Aufbruchstimmung... In Wirklichkeit geht es um den Bau eines Edeka-Marktes in Sölden "auf der grünen Wiese". Um diesen zu realisieren, ist die Umwidmung eines Teiles des jetzigen Landschaftsschutzgebietes nötig – dem Bau fällt nicht nur diese bisher geschützte Fläche zum Opfer, sondern ebenso eine angrenzende Streuobstwiese für die Erweiterung der Fahrbahn um eine Linksabbiegespur.

All das fällt im einvernehmlichen Händedruck unter den Tisch, und es wird in Kauf genommen, dass wieder ein Stück unverwechselbarer Landschaft im Hexental unwiederbringlich zerstört wird. Warum orientiert sich die Berichterstattung an dem vermeintlichen Erfolg und benennt nicht die Tatsachen?

Wir müssen nicht weiter über Klimawandel, Insekten- und Artensterben sprechen, wenn fast täglich so fahrlässig mit der Natur umgegangen wird. Wenn weiterhin Flächen versiegelt, Landschaft und sogar Landschaftsschutzgebiete zerstört werden.

Es gab genügend Gegenstimmen, die auf diese Themen frühzeitig aufmerksam machten, und es gab ebenso Vorschläge zur Sicherung der Nahversorgung in der Gemeinde, die wirkliche Alternativen zur jetzigen Lösung darstellten, deutlich interessanter gewesen wären und nicht zuletzt das Dorfleben gefördert hätten. Zudem hätten diese Lösungen Landwirte vor Ort und bestehende Infrastruktur unterstützt.

Aber dafür braucht es wiederum verantwortungsvolle, politische Entscheidungen...Katrin Birke, Bollschweil