Tofu und Hummus statt Fleisch und Würstchen

Anne Freyer

Von Anne Freyer

Sa, 08. September 2018

Sölden

In der ehemaligen Metzgerei Salb in Sölden werden jetzt pflanzliche Rohstoffe verarbeitet / Tag der offenen Tür am Sonntag.

SÖLDEN. Die Herstellung von Lebensmitteln auf pflanzlicher Basis betreibt die Freiburger Taifun-Tofu GmbH seit mehr als 30 Jahren mit wachsendem Erfolg. Aus kleinen Anfängen entwickelte sich ein Unternehmen mit zurzeit 240 Mitarbeitern und mehreren Produktionsstätten – außer dem Hauptsitz in der Freiburger Bebelstraße, beispielsweise in Hochdorf. In der leerstehenden ehemaligen Metzgerei Salb in Sölden hat Firmenchef Wolfgang Heck nun einen Standort gefunden, der die Erweiterung nach Süden ermöglicht.

Schon seit einigen Wochen wird in Sölden produziert. "Für die Verarbeitung der verschiedenen Rohstoffe – Bohnen, Lupinen, Linsen, Kichererbsen, vor allem aber Sojabohnen – eignet sich der Großteil der einst zur Wurstherstellung benutzten Geräte und Maschinen bestens", sagt Wolfgang Heck. Zusammen mit drei Mitarbeitern hat er bereits ein beachtliches Sortiment erarbeitet, das aber ständig verbessert, verändert und ergänzt wird. So kann diesen Sonntag der schmackhafte Brei aus Kichererbsen, der sich als Hummus wachsender Beliebtheit erfreut, in verschiedenen Varianten probiert werden. Denn von 10 bis 18 Uhr steht die Tür zur Manufaktur offen für jedermann, einschließlich Verkostung der Produkte. Allerdings, so Wolfang Heck, wird man sich danach wieder ganz der Herstellung widmen, und das zunächst hinter verschlossenen Türen. Jedoch nicht für alle Zeiten; bei entsprechender Nachfrage wäre ein Werksverkauf mit festen Öffnungszeiten denkbar, sagt Heck, auf dessen Initiative hin als Schwesterunternehmen der Taifun-Tofu GmbH unlängst die Pflanzeneiweiß GmbH und Co. KG gegründet wurde, und zwar als Unternehmensstiftung. Ihr Ziel und Zweck sei unter anderem, "eine Ernährungsweise zu fördern und zu unterstützen, die sich auf eine pflanzliche Eiweißversorgung gründet und auf einer ökologischen Erzeugung beruht".

"Nachhaltigkeit" im Sinne von "Heute schon an später denken" sei, sagt der Firmengründer, der Leitgedanke der Taifun-Tofu GmbH und nun auch der Pflanzeneiweiß GmbH gewesen und werde es auch immer sein. "Ressourcen sollen auch noch für die nachfolgenden Generationen zur Verfügung stehen. Deshalb müssen wir sie schützen", darin weiß sich Heck mit seinem Team einig. Und der Erfolg gibt ihnen recht: Zum zweiten Mal wurde Taifun-Tofu für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie "Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)" nominiert. Die renommierte Auszeichnung würdigt Unternehmen, die "den ökologischen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit besonders erfolgreich begegnen".

Auch das Fernsehen ist auf das Freiburger Unternehmen aufmerksam geworden. Ein 30 Minuten langes Firmenporträt, das am 30. Mai innerhalb der SWR-Serie "made in Südwest" erstmals ausgestrahlt wurde und im Internet abgerufen werden kann, ist das Ergebnis. Fast ein Jahr lang begleitete die Kamera die Arbeit in den Produktionshallen, auf dem Feld und im Gespräch mit Endkunden.

Die Pflanzeneiweiß Manufaktur in der ehemaligen Metzgerei Salb in Sölden öffnet für interessierte Bürger ihre Türen am Sonntag, 9. September, von 10 bis 18 Uhr.