Der Blick auf den Platzhirsch

uwo, zok

Von Uwe Rogowski & Matthias Konzok

Fr, 16. Februar 2018

Basketball

Basketball-Oberligist CVJM Lörrach trifft am Sonntag im Topspiel auf den früheren Bundesligisten USC Freiburg – beide Clubs im Vergleich.

BASKETBALL Oberliga: CVJM Lörrach – USC Freiburg, Sonntag, 17 Uhr (uwo/zok). Es ist eine bemerkenswerte Saison, die die Basketballer des CVJM Lörrach zeigen. Als Aufsteiger mischen sie im oberen Drittel der Oberliga mit. Sonntag kommt es zum Duell mit dem USC Freiburg, der bei den Männern als Bundesligist und langjähriger Zweitligist noch immer ein Club mit Zugkraft ist. Doch aktuell begegnet man sich auf einer Ebene, und gewinnt der CVJM, ist er dem USC und Relegationsplatz zwei nah. Wo stehen die Lörracher im Vergleich zum großen Club aus Freiburg?

Die Entwicklung
Seit der USC Freiburg vor knapp sieben Jahren entschied, das Kapitel Profibasketball zu begraben und keine Lizenz mehr für Pro A oder Pro B erhielt, pendelt der Club zwischen Regionalliga (1.+2.) und Oberliga. Der CVJM hatte seinen Höhenflug 2009/10 mit der Regionalliga, seitdem ging es runter bis in die Bezirksliga (14/15). Seit vergangenem Jahr ist der Club zurück im badischen Oberhaus.
Spielerstärke/Mitglieder
Der USC zählt gefühlt seit jeher zu den größten deutschen Basketballclubs. Mit 651 gemeldeten Spielerpässen sind die Freiburger aktuell der sechstgrößte, der CVJM ist aber mit 319 (50.) zuletzt der höchste Neueinsteiger gewesen.

Was macht die Jugend?
Beide Clubs haben zumindest so viel Zulauf, dass alle Klassen besetzt werden können. Auch die U 10 mit der Grundschulliga. Letzte Saison war es die U 16, heuer ist es die U 14, mit welcher der CVJM in der Oberliga, also auf zweithöchstem Level, vertreten ist. Die anderen Teams (U 12, U 16, U 18) spielen Bezirksliga. Der USC hält von U 14 bis U 18 die Oberliga, und "da der Jahrgang 2003 überproportional gut besetzt ist mit rund 50 Spielern, wollen wir im April auch wieder für die Jugend-Bundesliga JBBL melden", sagt USC-Abteilungsleiter Siegfried Eckert. Die jeweiligen Männerreserven spielen Landesliga (USC) respektive Bezirksliga (CVJM).

Infrastruktur/Trainer
Mittlerweile sind in der CVJM-Abteilung "die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt", sagt Oberliga-Coach Matthias Blum, der Organisationsgrad habe sich verbessert. Allerdings sind – wie vielerorts – die Hallenkapazitäten begrenzt. "Für den höheren Leistungsbereich wie Oberliga sind zwei Einheiten pro Woche grenzwertig", sagt Blum. Der namhafte Konkurrent aus Freiburg ist breit aufgestellt: Ab U 12 kann der USC fast durchgängig zwei Trainer pro Team stellen, vier Leute zählen zur Abteilungsleitung (eine Halbtagsstelle), zudem ist ein Grundschulkoordinator in Teilzeit angestellt.

Anziehungskraft
Beide Clubs eint die Strukturprobleme ihres Sports: Es gibt weniger Vereine vor der Haustür, beispielsweise habe es in Weil und Schopfheim nachgelassen, so Eckerts Einschätzung. "Es konzentriert sich alles auf die Standorte Freiburg, Lörrach und Bad Säckingen." Die Folge: "extreme Standortnachteile für die Region", so Eckert, die langen Fahrten, etwa mit einer U 12 bis nach Bad Säckingen, seien nicht sinnvoll. "In der Umgebung ist der CVJM etabliert", sagt Blum, der die Randlage gegenüber den nordbadischen Clubs als "leichten Nachteil" empfindet.

Die Tendenz
Der USC ist im zweiten Jahr Oberligist, 2. Regionalliga ist der Mindestanspruch, an darüber hinaus ist laut Eckert frühestens in fünf Jahren zu denken. Regionalliga gilt beim CVJM als zu ambitioniert. Läuft es allerdings weiter so glatt, ist ein Aufstieg schon in diesem Frühjahr realistisch. Erst recht bei einem Sieg am Sonntag.