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05. August 2008

"Drei absolute Knaller warten"

Fußball-Weltmeisterinnen wollen den Olympia-Thron besteigen

PEKING (dpa). Deutschlands Fußball-Weltmeisterinnen wollen im vierten Anlauf erstmals den olympischen Thron besteigen, doch schon zum Auftakt der "Gold-Mission" müssen Birgit Prinz & Co. mit dem WM-Zweiten Brasilien am Mittwoch (11 Uhr/ZDF) einen ganz schweren Brocken aus dem Weg räumen. "Wir haben eine verdammt schwere Gruppe erwischt", sagte Bundestrainerin Silvia Neid am Montag im Spielort Shenyang. Dennoch bekräftigte sie: "Wir wollen eine Medaille holen, am liebsten die goldene."

Zehn Monate nach der WM in China muss beim Olympia-Turnier im "Reich der Mitte" wieder alles zusammenpassen, um nicht schon in der Vorrunde Schiffbruch zu erleiden. Am Samstag trifft die DFB-Auswahl in der "Hammer"-Gruppe F auf Afrika-Champion Nigeria, am 12. August wird der zweimalige Bronzemedaillengewinner vom WM-Viertelfinalisten Nordkorea gefordert. "Das sind drei absolute Knaller, die da auf uns warten", verdeutlichte Neid die Schwere der Aufgabe.

Ein Sieg in der Neuauflage des WM-Finales gegen die Kickerinnen vom Zuckerhut wäre daher wichtig für das Selbstvertrauen. Obwohl die deutsche Mannschaft am 30. September 2007 mit 2:0 die Oberhand behalten hatte, will Neid von einer Favoritenrolle nichts wissen. "Man kann das Auftaktspiel nicht mit dem Finale vergleichen. Damals war es das letzte Turnierspiel, da waren wir eingespielt. Dieses Mal ist es das erste und wir wissen noch nicht, wo wir stehen. Ich schätze beide Teams gleichstark ein. Wer die Schwächen des anderen nutzen kann, wird gewinnen", erklärte die Bundestrainerin. Sie hat den Gegner in der Vorbereitung mehrmals beobachtet und etliche DVDs mit Spielen der Brasilianerinnen ausgewertet. Vor allem die mit den Welt-Fußballerinnen Marta, Christiane und Daniela hochkarätig besetzte Offensiv-Abteilung des Vize-Weltmeisters flößt Respekt ein. "Wir wissen um die Schnelligkeit und Dribbel-Stärke der brasilianischen Stürmerinnen. Wir müssen versuchen, sie so weit wie möglich vom eigenen Tor fernzuhalten", erklärte Abwehrspielerin Linda Bresonik.

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Bei der Weltmeisterschaft war dies hervorragend gelungen, blieb die DFB-Auswahl im gesamten Turnier doch ohne Gegentreffer. "Das war wahrscheinlich einmalig. Aber ich hätte natürlich nichts dagegen, wenn wir dies wieder schaffen", meinte Neid. Sie setzt bei der olympischen "Operation Gold" vorrangig auf erfahrene Spielerinnen, denn im 18-köpfigen Aufgebot stehen immerhin 16 Weltmeisterinnen, darunter auch die gebürtige Lörracherin Melanie Behringer. Bei der Besetzung der Startformation kann Neid aus dem Vollen schöpfen. "Alle Spielerinnen sind fit", verkündete die Bundestrainerin vor dem Auftakt am Mittwoch im 60 000 Zuschauer fassenden Wulihe-Stadion von Shenyang.

Erstmals seit der Olympia-Premiere 1996 in Atlanta wird das Frauen-Turnier mit zwölf Mannschaften ausgespielt. Zu den heißen Medaillen-Kandidaten zählen neben Weltmeister Deutschland und Vize-Weltmeister Brasilien der zweimalige Olympiasieger USA sowie Norwegen und Schweden.

Autor: sid