Erst mal den Ball laufen lassen

Eyüp Ertan

Von Eyüp Ertan

Do, 30. August 2018

SC Freiburg

Die Frauen des SC Freiburg II haben sich nach dem Abstieg in die Regionalliga weiter verjüngt / Gleiche Spielidee wie die Erste.

FUSSBALL. Nach dem Abstieg aus der zweiten Bundesliga startet die zweite Mannschaft der SC-Frauen mit einem noch jüngeren Team als im vergangenen Jahr in die neue Regionalliga-Spielzeit. Für Trainerin Myriam Krüger ist das kein Grund, etwas an ihrer Spielweise zu ändern.

Der Saisonauftakt
Gegen zwei Topteams aus der Regionalliga gab es einen Sieg und eine Niederlage. Gegen den letztjährigen Tabellendritten aus Alberweiler startete der SC mit einem 1:0-Heimsieg; gegen den letztjährigen Meister aus Frankfurt folgte am vergangenen Samstag dann eine 1:3-Niederlage. "Ich bin im Großen und Ganzen zufrieden mit den Leistungen", sagt Trainerin Myriam Krüger über die ersten beiden Saisonspiele. "Gegen Frankfurt hat mich ein wenig gestört, dass das Kämpferische gefehlt hat; daran müssen wir von Spiel zu Spiel arbeiten", gibt Krüger vor.
Die Trainerin
In Freiburg hat Myriam Krüger schon einiges erlebt: Die ehemalige Bundesligaspielerin ist als Spielertrainerin der SC-Reserve schon auf- und wieder abgestiegen. In dieser Saison steht sie zum ersten Mal ausschließlich als Trainerin als an der Seitenlinie. "Ich bin ziemlich nervös, nervöser, als wenn ich selbst gespielt hätte", räumt die 29-Jährige ein. "Es ist einfach anders, man hat weniger Zugriff auf die Spielerinnen; man konnte dem Spiel als Spielerin noch auf dem Platz helfen, jetzt steht man ein wenig hilflos am Rand und muss versuchen, sie über das Coachen zu unterstützen", sagt Krüger über ihre neue Rolle. Für sie dennoch der richtige Schritt – so kann sie sich noch mehr um die jungen Spielerinnen kümmern.

Das Team
Sie sind noch einmal jünger geworden, die SC-Spielerinnen. Im Grunde genommen besteht die Reserve der SC-Frauen aus einer Mischung von Spielerinnen, die im vergangenen oder in diesem Jahr aus der U 17 (B-Juniorinnen) hochgezogen worden sind. "Wir haben wieder eine sehr junge Mannschaft, noch jünger als im letzten Jahr", sagt Krüger. "Zum Glück ist noch die ein oder andere erfahrenere Spielerin mit dabei", so die SC-Trainerin. Im Vergleich zum letzten Jahr wird in dieser Saison viermal trainiert; trotz des Abstiegs steigt also die Intensität für die Spielerinnen.

Die Spielidee
Spielerisch will sich Myriam Krüger an der ersten Mannschaft orientieren – ein Umstand, der auch daher rührt, dass die 29-Jährige selbst noch unter dem aktuellen Cheftrainer Jens Scheuer gespielt hat. Trotz oder vielleicht gerade wegen der Tatsache, dass sie ein junges Team zur Verfügung stehen hat, will sie weitestgehend auf Kick-and-rush-Fußball verzichten. "Ich will nicht den Ball nach vorne hauen, sondern das versuchen umzusetzen, was die erste Mannschaft ausmacht: Versuchen den Ball laufen zu lassen, das Spielerische soll im Vordergrund stehen", sagt Krüger. Dann fällt den Akteurinnen auch der Sprung in die Erste leichter.
Die Ziele
Abgestiegen ist die zweite Mannschaft der SC-Frauen in der vergangenen Saison vor allem deshalb, weil die zweite Bundesliga eingleisig wurde: die Staffel Süd und die Staffel Nord wurden zusammengelegt, für einen Verbleib in der Liga hätte es eines Platzes im oberen Tabellenmittelfeld bedurft. Ein direkter Wiederaufstieg als Saisonziel? "Die Regionalliga ist noch enger gerückt als vor zwei Jahren; alles ist ein bisschen enger und schwieriger – eine super Herausforderung, wie ich finde", sagt Myriam Krüger und fügt hinzu: "Mein Wunsch ist, mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben und die jungen Spielerinnen weiterzuentwickeln."
Prognose
Den direkten Wiederaufstieg könnte die zweite Mannschaft der SC-Frauen schaffen – das technische Potential bringen die Spielerinnen definitiv mit. Gegen Eintracht Frankfurt konnte man aber gut beobachten, woran es in vielen Situationen noch mangelt: am Durchsetzungsvermögen. Gegen gestandene Spielerinnen fällt es den SC-Nachwuchsspielerinnen nicht leicht, ihr Spiel durchzubringen, auch weil sie körperlich oftmals unterlegen sind. Sollte Krüger ihren Spielerinnen auch eine gewisse Zweikampfhärte vermitteln können und die physische Komponente verbessern, könnte es in der zweiten Saisonhälfte ganz gut aussehen.