Bach und Kim Hand in Hand

sid

Von sid

Di, 03. April 2018

Olympische Spiele

IOC-Präsident trifft sich mit Nordkoreas Machthaber.

PJÖNGJANG (sid). Nordkoreas Diktator Kim Jung-un nutzt Olympia weiter als Bühne zur Verbesserung seines Ansehens – und das Internationale Olympische Komitee spielt womöglich aus gleichen Gründen gerne mit. Geradezu staatstragend gab IOC-Chef Thomas Bach nach seiner Nordkorea-Visite die Zusage des Regimes für die Teilnahme an den nächsten beiden Olympia-Events bekannt.

"Sie haben uns mitgeteilt, dass sie definitiv an den Spielen 2020 und 2022 teilnehmen werden", sagte Bach direkt aus Pjöngjang kommend am Samstag in Peking. Seine Ausführungen über die "fruchtbaren Gespräche" inklusive einer halbstündigen Vier-Augen-Audienz bei Kim mögen vor allem Nordkoreas Machthaber gefallen haben. Gleichwohl überhöhte die Inszenierung der Mitteilung letztlich doch etwas den grundsätzlichen Inhalt. Denn so erfreulich sich Bachs Aussagen anhörten, so beinahe banal ist seine Nachricht zugleich gewesen: Seit dem Boykott der Wettbewerbe in Südkoreas Hauptstadt Seoul 1988 ist Nordkorea bei sämtlichen sieben Sommerspielen vertreten und nur bei drei Winterspielen (Lillehammer 1994, Salt Lake City 2002 und Sotschi 2014) nicht dabei gewesen.

Durch das weltweit zumeist zurückhaltend positive Echo rund um Nordkoreas Gesten bei den jüngsten Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang aber scheint Kim auf den Geschmack gekommen. So konnte Bach schon "Vorschläge des IOC" für Wiederholungen des gemeinsamen Einmarsches der Teams aus beiden koreanischen Ländern und Neuauflagen von gemischten Mannschaften wie in Pyeongchang ankündigen.