Gelungenes Comeback

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Di, 03. Juli 2018

Mountainbike

Sechs Wochen nach einem Schlüsselbeinbruch fährt Adelheid Morath in der Schweiz auf Rang zwei.

MOUNTAINBIKE. Beim dreitägigen Engadin-Bike-Giro in der Schweiz hat die St. Märgener Profi-Mountainbikerin Adelheid Morath sechs Wochen nach ihrem Schlüsselbeinbruch als Gesamt-Zweite ein erfolgreiches Comeback gefeiert. Simon Stiebjahn aus Langenordnach blieb in Silvaplana mit Rang vier die Fahrt aufs Podest verwehrt.

An allen drei Tagen stand Adelheid Morath als Zweite auf dem Etappen-Podest und auch als es zur Gesamtsiegerehrung kam, stand sie auf der zweiten Stufe. 1:03 Minuten mehr als die 20-fache deutsche Meisterin Sabine Spitz (Murg-Niederhof), die sich nach drei Tagen in 9:00:11 Stunden durchsetzte, hatte sie nach Prolog und zwei Etappen auf dem Zeitkonto.

Adelheid Morath hatte sich nach dem zweiten Tag sogar das Führungs-Trikot übergestreift, doch Prolog-Siegerin Sabine Spitz war auf den letzten 62,8 Kilometern mit Start und Ziel in Silvaplana "einfach stärker", wie Morath konstatierte. Die Hochschwarzwälderin fuhr sechs Wochen nach ihrem Schlüsselbeinbruch beim Weltcup in Albstadt im technisch schwierigen Downhill betont vorsichtig. "Ich habe nichts riskiert", so Morath, die 2:27 Minuten später als Spitz das Ziel erreichte.

"Ich bin super zufrieden wie es gelaufen ist, damit konnte ich nicht rechnen", freute sich die St. Märgenerin über ihr gelungenes Comeback. Erst kurz vor dem Start hatte sie sich entschieden, das Etappenrennen in Angriff zu nehmen. Am Dienstag vor einer Woche war sie erstmals wieder mit ihrem Mountainbike zu einer Geländeausfahrt gestartet. Vier Wochen lang hatte Morath gar nicht trainiert, weil sie das Schlüsselbein ohne Operation verheilen lassen wollte.

"Die drei Tage waren ein idealer Belastungsreiz", so Morath. Ob sie nach dieser sehr kurzen Vorbereitung am kommenden Wochenende das Cross-Country-Weltcuprennen im italienischen Val di Sole in Angriff nehmen wird, will die Hochschwarzwälderin erst nach Rücksprache mit ihrem Trainer Bernd Ebler entscheiden.

Simon Stiebjahn, Dritter der Marathon-DM in Kirchzarten, fuhr im Engadin zwei Tage lang auf Podestkurs. Nach einem soliden Prolog über 16 Kilometer (5.), fuhr er hinter Kristian Hynek (Tschechien) am zweiten Tag über die 80 Kilometer-Runde auf Rang zwei und schob sich hinter Jochen Käß aus Ofterdingen auf Gesamtrang drei. Doch am Schlusstag fühlte sich Stiebjahn "die ganze Zeit schwach". Der MTB-Profi aus dem Hochschwarzwald plagte sich mit Rückenproblemen und Magenschmerzen.

"Ich habe am Berg versucht, meinen Rhythmus zu fahren und mich nicht verrückt machen zu lassen. Bergab habe ich schon Zeit gut gemacht, aber nicht gegen Thomas Litscher. Der hat mich überholt. Es war sehr ruppig und da war sein Fully schon ein Vorteil, aber das war nicht entscheidend", so Stiebjahn, der "unterm Strich dennoch sehr zufrieden" mit den drei Tagen in der Schweiz war. Der Cross-Country-WM-Dritte Thomas Litscher wurde zeitgleich mit Etappensieger Jochen Käß Tages-Zweiter und schnappte Stiebjahn damit noch den Podest-Platz weg.