Der SC-Gegner

Darum freut sich der VfL Wolfsburg auf den SC Freiburg

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Von dpa & Michael Dörfler

Sa, 09. Februar 2019 um 14:41 Uhr

SC Freiburg

Fünf Mal haben die Wolfsburger zuletzt in Freiburg gewonnen. Doch nicht nur deshalb freut sich Coach Bruno Labbadia auf die Reise in den Breisgau.

Am Tag vor dem Bundesliga-Spiel beim SC Freiburg hatte Bruno Labbadia Geburtstag. 53 Jahre alt ist der gebürtige Darmstädter am Freitag geworden. Gewünscht hat sich der Trainer des VfL Wolfsburg zumindest nicht explizit einen Sieg in der Partie gegen die Südbadener. Sondern ganz generell eine Fortsetzung der bisher so erfolgreichen Saison.

"Es gibt hier eine Entwicklung, fußballerisch wie von der Mentalität. Dass das so weitergeht, ist mein größter Wunsch. Es macht mir sehr viel Freude, mit dieser Mannschaft zu arbeiten", sagte Labbadia vor der Abreise gen Süden.

Diese Feststellung war auch an jene Kritiker gerichtet, die dem Tabellensechsten der Bundesliga eine Art Fehlstart in das neue Fußballjahr attestieren. Zwei von drei Bundesligaspielen gingen 2019 verloren. Dazu schied der VfL am Mittwoch nach durchwachsener Leistung mit 0:1 bei RB Leipzig aus dem DFB-Pokal aus. Labbadia sagte dazu jedoch: "Natürlich wären wir gerne in die nächste Runde eingezogen. Aber es ist nun mal so, dass wir immer an unsere Leistungsgrenze gehen müssen. Die Leipziger haben uns gut bearbeitet und ihre individuelle Klasse ausgespielt. Aber das wird auch am Samstag gegen die Freiburger so sein. Deshalb werde ich mich immer schützend vor meine Mannschaft stellen – wenn sie weiter so arbeitet wie im bisherigen Verlauf der Saison."

Im Hinspiel kassierten die Wolfsburger mit 1:3 gegen Freiburg die erste Niederlage dieser Spielzeit. Auch deshalb warnte Labbadia am Freitag noch einmal eindringlich: "Freiburg ist eine Mannschaft, die genau weiß, was sie zu tun hat. Die machen es keinem Gegner leicht, gegen sie zu gewinnen. Das haben sie schon im Hinspiel gegen uns gezeigt. Pressing, Organisation – das alles kann Freiburg ausgezeichnet." Vor einer "leichten Dienstreise", die einige Wolfsburger Journalisten ausgemacht haben wollen, warnte Labbadia ausdrücklich; "sehe ich ganz anders".

Auch dass die Wolfsburger die zurückliegenden fünf Spiele allesamt in Freiburg gewinnen konnten, wollte der Coach nicht überbewerten. "Am Samstag geht’s wieder von vorne los, da zählt die Vergangenheit nicht mehr." Man werde in allen Bereichen an die Grenzen gehen müssen, kündigte Labbadia das volle Programm schon mal an. Er sei guter Dinge, weil seine Mannschaft viel Moral zeige und gut arbeite – "auch wenn nicht immer alles hundertprozentig hinhaut".

Im Übrigen bekannte Labbadia, immer gerne nach Freiburg zu reisen. "Was die da machen, ist außergewöhnlich", lobte er die Entwicklung des Sportclubs. Ein Stück weit sei das gelebte Fußballromantik. Auch deshalb, "weil da keiner die Nerven verliert, wenn es mal nicht so läuft." Trainer Christian Streich und Präsident Fritz Keller seien zudem "nette Leute, die ich gerne treffe".

Personell darf der Volkswagen-Klub vor diesem Spiel auf eine Rückkehr seines lange verletzten Kapitäns Josuha Guilavogui hoffen. Der Franzose habe am Donnerstag wieder am Training teilgenommen. "Wir haben eine Chance, dass er in den Kader rutschen kann", sagte Labbadia. Ob auch aufs Feld, ließ er aber offen. Guilavogui erlitt in dieser Saison erst einen Kreuzbandriss und dann noch eine Oberschenkelzerrung. Von 20 Bundesliga-Spielen hat der 28-Jährige erst sechs mitmachen können.

Mit Ausfällen jeder Art umzugehen, ist auch eine Wolfsburger Stärke in dieser Saison. Der Ex-Freiburger Admir Mehmedi, der schon eine ganze Weile nicht mehr mit der Mannschaft trainieren konnte, dazu Daniel Ginczek und Ignacio Camacho – sie alle werden auch in Freiburg fehlen. "Wenn uns vor der Saison einer gesagt hätte: Uns fallen über Monate beide Sechser aus, dann hätte ich mit dem Kopf geschüttelt", sagte Labbadia. "Ich bin froh, dass Josh zurückkommt. Er ist immerhin unser Kapitän."