Ein SC-Stadion am Flugplatz rückt näher

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Sa, 11. Januar 2014

SC Freiburg

Standort Wolfswinkel besteht die K.-o.-Kriterien-Prüfung.

FREIBURG. Auf der Suche nach einem Bauplatz für ein neues Stadion für den SC Freiburg ist die Stadtverwaltung einen Schritt vorangekommen: Acht Gutachter erstellten Expertisen zum Standort Wolfswinkel am Flugplatz – und stießen dabei auf kein K.-o.-Kriterium: "Wir halten den Wolfswinkel für den am besten geeigneten Standort in der Stadt", sagte Oberbürgermeister Dieter Salomon (Grüne).

Auf den Weg gebracht ist der Bau allerdings damit noch lange nicht. Nun soll zunächst der Gemeinderat Ende Januar eine vertiefende Untersuchung beschließen. Das Bebauungsplanverfahren läuft bereits. Frühestens in einem Jahr, so erwartet es die Rathausspitze, könnte das Stadtparlament dann die Grundsatzentscheidung für ein neues Stadion treffen. Offen ist derzeit noch die Finanzierung. Damit wird sich nun eine Arbeitsgruppe von Stadt und SC Freiburg beschäftigen. "Erst wenn man den Standort kennt, kann man Aussagen zu den Kosten machen", sagte SC-Geschäftsführer Oliver Leki. Für ihn ist aber klar, dass der Verein die Gesamtausgaben nicht alleine stemmen kann.

Geplant ist eine neue Arena für 30 000 bis 35 000 Zuschauer. Die Vorabgutachten haben ergeben, dass trotz eines Neubaus an der Landebahn des Freiburger Flugplatzes der Motorflugbetrieb nahezu uneingeschränkt weiter betrieben werden könnte – sogar an Spieltagen. Der Flugplatz hat als Kaltluftschneise eine wichtige klimatische Funktion für die Stadt. Der Stadionkörper, der bis zu 28 Meter hoch werden soll, werde das Klima nicht negativ beeinflussen, so die Experten. Auch die Verkehrserschließung, der Schallschutz sowie die Fragen des Arten- und Naturschutzes sind laut Gutachten lösbar. Die Belastungen, die durch das Stadion entstehen, seien für den Stadtteil Mooswald zumutbar, urteilt das Rathaus. "Wir haben jetzt an der Schwarzwaldstraße 35 Meter Abstand vom Stadionrand zu den Nachbarn, künftig werden es mehr als 400 Meter sein", so Baubürgermeister Martin Haag. Gegen den vorgesehenen Stadionstandort wehren sich die Bürgerinitiative "Pro Wolfswinkel" mit 3500 Mitgliedern und die Nutzer des Flugplatzes. Den Gegnern wurden die Expertisen am Freitagabend vorgestellt.