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18. August 2016 17:42 Uhr

DFB-Pokal

SC Freiburg fährt mit Abwehrproblemen nach Babelsberg

Der SC Freiburg muss am Samstag im Pokal beim SV Babelsberg antreten – drei Verteidiger fallen aus. Die Mannschaft will weiterkommen und anschließend Nils Petersen in Rio anfeuern.

  1. Wird Nicolas Höfler am Samstag in der Verteidigung spielen? Für Christian Streich eine Möglichkeit. Foto: dpa

Er liebe den DFB-Pokal, hat Christian Streich am Donnerstagmittag erzählt, insbesondere den Modus, der den Teams unterhalb der zweiten Bundesliga automatisch Heimrecht einräumt. Das führt in schöner Regelmäßigkeit zu Überraschungen, mitunter gar zu ziemlich skurrilen. Freunde des Fußballs reiben sich dann die Hände und schwärmen von großartigen Schlachten – insbesondere dann, wenn der David dem übermächtigen Goliath mal wieder ein Bein stellen konnte. Wenn man in der Kreisliga mit der Welt des Fußballs vertraut geworden ist, so wie einst Christian Streich, dann bleibt dieses Gefühl, diese Freude, tief im Bewusstsein verankert.

Ob der Coach des SC Freiburg aber auch so empfinden würde, wenn er am Samstagmittag in Babelsberg berufsbedingt einer solchen Situation beiwohnen müsste? "Natürlich fahren wir dorthin, um weiterzukommen", gibt Streich das Motto für das kommende Wochenende aus. Wäre ja noch schöner, gegen einen Regionalligisten rauszufliegen. Gespielt werden muss aber zunächst trotzdem, und da liegt derzeit beim Sportclub der Hase im Pfeffer.

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Mehrere Verteidiger fehlen in Babelsberg

Denn: "Zuletzt sind ein paar Dinge passiert, die besser nicht passiert wären", sagt Streich und meint damit die Verletzungen der Innenverteidiger Marc Torrejón und Marc-Oliver Kempf. Beide sind in Babelsberg nicht mit dabei, ebenso der aus seiner Zeit beim Karlsruher SC wegen eines Platzverweises noch für dieses Pokalspiel gesperrte Manuel Gulde. Mike Frantz hat zudem Hüftprobleme, weshalb hinter ihm ein mittelgroßes Fragezeichen steht.

Ergo: "Es wird jemand ganz hinten spielen, der dort normalerweise nicht spielt", sagt Streich – ohne indes ins Detail gehen zu wollen. Nicolas Höfler dürfte das sein, vielleicht auch Julian Schuster. Behalten die Freiburger die zuletzt intensiv eingeübte Dreierkette bei, dürften der junge türkische Neuzugang Caglar Söyüncü, Jonas Fehrenbach oder auch der im Breisgau noch immer verweilende Mensur Mujdza als eventuelle Assistenten auf den Seiten dazu kommen. Sicher ist laut Streich nur, dass Alexander Schwolow das Tor hüten wird.

Daumendrücken für Nils Petersen in Rio

Und natürlich, dass Nils Petersen fehlen wird. Dessen Reise zu olympischem Ruhm wird von den Kollegen zu Hause aufmerksam verfolgt, die Daumen werden für den möglichen Endspielsieg gegen Brasilien und somit für den Gewinn der Goldmedaille gedrückt. Doch nach dem Finale möge der Angreifer, so Streichs Wunsch, dann doch schnellstmöglich wieder zurückkommen; "mir hän alles gmachd, jetzd isch guat".

Ein bisschen was gibt es aber auch am Samstag in Potsdam noch dazu, wo der SV Babelsberg 03 im Karl-Liebnecht-Stadion seine Spiele austrägt. Ein Ausscheiden im Pokal wäre wohl nur acht Tage vor dem Bundesligastart, wenn der Sportclub abermals nach Berlin, dann zur Hertha reisen muss, ein Genickschlag der besonderen Art. Und dem Selbstvertrauen womöglich gar nicht zuträglich.

1999/2000 schon mal in Babelsberg angetreten

Wobei: Gänzlich unbekannt ist das Pflaster an der Peripherie der Bundeshauptstadt den Freiburgern nicht. In der Saison 1999/2000 schickte das Los den SC schon mal nach Babelsberg. Damals durften die Breisgauer einen 4:2 Erfolg feiern, allerdings erst nach Verlängerung. Marco Weißhaupt (2), Alexander Iashvili und Levan Kobiashvili trafen damals für den SC, Volker Finke war noch deren Trainer. Lange ist’s her.

Von damals dürften am Freitag nur noch Teamkoordinator Torsten Bauer, Physio Uwe Vetter und Busfahrer Stefan Spohn der Freiburger Delegation angehören. 800 Karten an Freiburger Fans wurden bislang abgesetzt, laut Pressesprecher Glunk, eine stattliche Zahl. Nicht ausgeschlossen ist, dass sich aus dem Großraum Berlin noch ein paar zusätzliche Unterstützer in den Südwesten der Metropole aufmachen.

Ohne Verlängerung könnte es klappen, dass der SC-Tross am Samstagabend um 22.30 Uhr schon wieder zu Hause ist – zum (gemeinsamen?) Mitfiebern vor dem Fernsehschirm. Sie wissen: Der Kollege in Rio ist dann dran.

Voraussichtliche Aufstellung des SC Freiburg: Schwolow – Söyüncü, Höfler, Föhrenbach – Bulut, Abrashi, Haberer, Grifo, Günter – Philipp, Niederlechner.

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Autor: doe