Winterpause

SC-Kapitän Schuster über die Hinrunde und persönliche Pläne

Toni Nachbar

Von Toni Nachbar

So, 24. Dezember 2017 um 09:52 Uhr

SC Freiburg

Der Sonntag Der Mannschaftskapitän des Sportclub Freiburg Julian Schuster spricht über das Manko des Vereins während der Hinrunde in Auswärtsspielen und eigenen künftigen Ambitionen.

Als zentraler Spieler in der Dreier-Abwehr hat der Mannschaftskapitän des SC Freiburg, Julian Schuster, eine wichtige Rolle in der Hinrunde gespielt. Im Interview spricht der 32-jährige gebürtige Schwabe über die Auswärtsschwäche des Sportclubs und die eigenen Zukunftspläne.

Der Sonntag: Der Sportclub hat eine aufregende Hinrunde erlebt. Wie fällt Ihr Fazit aus, Herr Schuster?
Julian Schuster: Am Ende viel positiver, als wenn ich diese Frage vor dem Auswärtsspiel in Köln hätte beantworten müssen. Aber die Entwicklung der Mannschaft war davor bereits gut. Die unterschiedlichen Systeme, die wir gespielt haben, funktionierten gut. Wir haben tolle Heimspiele absolviert und dabei gezeigt, dass wir besser sein können als so manche andere Mannschaft. Unser großes Manko waren die Auswärtsleistungen, wo wir einfach zu wenig gebracht und somit auch zu wenige Punkte erreicht haben. Dies müssen wir in der Rückrunde unbedingt verbessern, wir müssen auch auswärts an die Leistungen im eigenen Stadion anknüpfen.

Der Sonntag: Was machte es in diesem Herbst in den Auswärtsspielen so kompliziert?
Julian Schuster: Wir hatten es in einigen Spielen mit sehr starken Gegnern zu tun. Dann gab es einige unglückliche Ereignisse wie der frühe Platzverweis in Stuttgart. Dennoch war es so, dass wir in den Heimspielen sehr viel Ballbesitz hatten und Dominanz ausstrahlten. In den Auswärtsspielen hingegen ist es uns nicht gelungen, unsere Reihen so weit nach vorne zu schieben, um den Druck auf unsere Abwehr und unser Tor geringer zu halten. Hier müssen wir in den nächsten Wochen taktisch einiges verbessern.

Der Sonntag: Wie kann sich die Erfahrung des spektakulär gedrehten Spiels in Köln auswirken?
Julian Schuster: Das war ein wichtiger Schlüsselmoment. In Köln haben wir etwas geschafft, was nicht alle zwei Wochen passiert. Es war ein Zeichen dafür, dass es in unserer Mannschaft stimmt, und was man erreichen kann, wenn alle mitziehen. Somit bleibt ein sehr gutes Gefühl, von dem wir noch profitieren können.

Der Sonntag: In die Winterpause gehen Sie aber auch unter dem Eindruck des Augsburg-Spiels, wo der Sportclub zwei Punkte in der Nachspielzeit verloren hat, und der Pokal-Niederlage in Bremen.
Julian Schuster: Dank unseres erfolgreichen Zwischenspurts in der Englischen Woche mit sieben Punkten ist es schon etwas einfacher, damit umzugehen. Dennoch hat es sehr weh getan, den Sieg in Augsburg zu verspielen, und wir müssen nüchtern analysieren, welche Folgen es hat, wenn die Zweikämpfe nicht mehr mit letzter Konsequenz geführt werden. In Bremen waren wir wieder sofort in Rückstand. Wir müssen auswärts einfach mal von der ersten Minute an da sein, jeder muss seine Aufgabe erfüllen. Es ist schade, dass wir nicht mehr im Pokal dabei sind. Mit einem guten Los im Viertelfinale wäre da einiges möglich gewesen.

Der Sonntag: Die Vereinsverantwortlichen haben angedeutet, dass nun der eine oder andere Spieler verpflichtet wird. Auf welchen Positionen muss der SC sich aus Ihrer Sicht verstärken?
Julian Schuster: Wir brauchen Jungs, die sich rasch in unsere Mannschaftsstruktur einfügen und die verstehen, was beim SC Freiburg zählt. Da wir viele gute Spieler auf einem hohen Niveau haben, müssen Neue eine hohe Frustrationstoleranz mitbringen, um die schwierige Situationen auszuhalten, wenn sie nicht eingesetzt werden.

Der Sonntag: Konkreter wollen Sie in puncto Neuzugänge nicht werden?
Julian Schuster: Florian Niederlechner hat sich schwer verletzt, auf seiner Position im Sturm wäre ein weiterer Ausfall ein großes Problem. Auf der Position des linken Verteidigers macht Christian Günter seine Sache sehr gut, aber auch ihn könnten wir bei einem Ausfall nur schwer ersetzen.

Der Sonntag: Muss man davon ausgehen, dass Sie demnächst Ihre letzte Wintervorbereitung als Profifußballer erleben und ab Sommer Verantwortung in der SC-Fußballschule übernehmen?
Julian Schuster: Das steht noch keineswegs fest. Entscheidend wird sein, wie die Kaderplanung des Vereins aussieht, ob man zu dem Schluss kommt, dass man mich noch weiterhin als Spieler braucht. Ich werde mich so vorbereiten, dass ich auch weiterhin versuchen kann, der Mannschaft zu helfen. Denn ich bin immer noch gern Fußballer und es ist für mich immer etwas Besonderes, Bundesliga-Spieler zu sein. Was einen Job in der Fußballschule angeht, da hat es noch keine konkreten Gespräche gegeben.

Der Sonntag: Dennoch haben Vereinsverantwortliche bereits öffentlich angedeutet, dass man Sie nach Karriereende unbedingt im Verein behalten will.
Julian Schuster: Ich habe in Freiburg viel gelernt und bin gerne bereit, dieses Erlernte an junge Spieler weiterzugeben. Deshalb werde ich auch bald die ersten Schritte zur Trainerausbildung unternehmen. Auch fühle ich mich in Freiburg und beim Sportclub sehr wohl. Aber zu einer Tätigkeit in der Fußballschule kann ich derzeit nichts sagen. Ich gehe davon aus, dass es in den nächsten Monaten Gespräche geben wird, ich bin in viele Richtungen hin offen.