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14. Mai 2013

Die Radontherapie ist wirksam

Das zeigt eine mehrjährige internationale Radon-Studie, die auch von der Stadt St. Blasien finanziert wurde.

  1. Der Arzt Christoph von Ascheraden, Bürgermeister Rainer Fritz, Altbürgermeister Johann Meier und die Betriebsleiterin des Radon-Revitalbades Menzenschwand, Edeltraud Rupp (von links), sind froh über das Ergebnis der wissenschaftlichen Studie zur Wirksamkeit des Radons. Foto: Sebastian Barthmes

ST. BLASIEN. Die Radontherapie ist bei rheumatischen Erkrankungen wirksam. Das habe eine wissenschaftliche Studie ergeben, die im Auftrag des Vereins "Europäische Radonheilbäder" (EURADON) in Auftrag gegeben wurde. "Wir haben das Ergebnis erwartet", sagte Christoph von Ascheraden, der als Arzt im Radon-Revital-Bad in Menzenschwand für die Behandlungen zuständig ist. Allerdings war die Studie notwendig, um mit den Kostenträgern über die Finanzierung von Behandlungen verhandeln zu können.

Mehr als 80 Prozent der Patienten, die an der Studie teilgenommen haben, sprachen auf die Therapie an, sagte von Ascheraden. Das genaue Ergebnis der Studie kennen er und Bürgermeister Rainer Fritz, der auch Geschäftsführer des Bades in Menzenschwand ist, noch nicht. Zunächst müsse das Ergebnis der Studie in einer anerkannten Fachzeitschrift veröffentlicht werden. Das werde in den nächsten Wochen geschehen. Eine Veröffentlichung bedeute gleichzeitig, dass die Studie in der Wissenschaft anerkannt, also auch ernst zu nehmen ist, sagte von Ascheraden.

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Die Studie startete im Jahr 2009 und hat allein die Stadt St. Blasien rund 20 000 Euro gekostet, sagte Bürgermeister Rainer Fritz. 80 Personen seien damals vom Menzenschwander Bad zur Teilnahme eingeladen worden – insgesamt waren es 665 Patienten in sieben Bädern, die an der "internationalen, multizentrischen Radon-Studie" (IMuRa) teilgenommen haben. Es habe sich dabei um eine sogenannte Doppelblindstudie gehandelt, erläuterte von Ascheraden: Weder der Arzt noch der Patient wusste, ob sich in der Wanne normales Wasser oder eben radonhaltiges Wasser befand. Nach den Vorgaben der beauftragten Wissenschaftler hatten Mitarbeiter des Bades die Wannen jeweils befüllt.

Die Patienten wurden nach der Behandlung nach drei und nach neun Monaten befragt. Eine wichtige Erkenntnis war dabei, dass bis zu einem Zeitraum von einem viertel Jahr die Menge der verabreichten Schmerzmittel um rund 30 Prozent verringert werden konnte. Im Zeitraum von bis zu neun Monaten seien es immer noch rund zehn Prozent gewesen, sagte von Ascheraden.

"Wir haben mit der Radontherapie ein wirksames und äußerst nebenwirkungsarmes Therapieverfahren", erläuterte er. Sie sei im Vergleich "zu sehr hochpreisigen medizinischen Therapien sehr wirksam". Die Studie habe gezeigt, dass manche Mittel mit oft starken Nebenwirkungen stark reduziert oder sogar ganz abgesetzt werden konnten. Dazu trete noch ein positiver Langzeiteffekt ein, den man mit herkömmlichen Medikamenten nicht erreiche.

Bei den Verhandlungen hatten die Krankenkassen stets eine moderne Studie gefordert, die auch der kritischen wissenschaftlichen Überprüfung standhalte. Die liege nun vor. Sie werde bei neuen Gesprächen das wichtigste Argument der Heilbäder sein, sagte von Ascheraden.

Bislang bezahlen die Krankenkassen in Baden-Württemberg Radontherapien nur im Rahmen einer ambulanten Kur, nicht aber bei einer Regelversorgung. Das werde sich nun ändern, hoffen Bürgermeister Fritz, sein Vorgänger und Initiator des Bades, Johann Meier, sowie der Mediziner Christoph von Ascheraden.

Autor: Sebastian Barthmes