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28. Juni 2012

Münstereck

Städtische Gebührenpolitik: Hier fehlt das rechte Maß

Freiburgs Flair lebt auch vom Angebot der Gastronomie. Die meist voll besetzten Plätze an den Tischen überm Bächle und unter Kübelpalmen haben nun offenbar auch im Rathaus den Reflex ausgelöst, dass man hier noch mehr die Hand aufhalten kann. 50 Prozent plus auf einen Schlag – mit diesem Vorschlag schießt die Stadtverwaltung aber deutlich über das Ziel hinaus. Schließlich ist den Wirten zuletzt mit der Sondergebührensatzung vor drei Jahren vieles abverlangt worden. Plastikstühle wurden (zurecht!) auf den Index gesetzt. Grellbunte Werbe-Sonnenschirme auf dem Münsterplatz ebenso. Dann mussten die berühmten Kübelpflanzen innerhalb und nicht, wie zuvor, neben der Freifläche platziert werden – was bereits Sitzplätze und Einnahmen kostete. Nach diesen Auflagen nun mit einer solch kräftigen Gebührenerhöhung zu kommen, ist, um in der Fußballersprache zu reden, doch "übertriebene Härte". Und am Ende zahlt ohnehin der Kunde den Preis, weil der Wirt natürlich den städtischen Topzuschlag weitergeben wird.

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Autor: Joachim Röderer