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11. April 2009

Acht Gebäude werden statisch gesichert

In Staufen wird die Auslagerung der Grundbuchakten und des Grundbuchamtes vorbereitet.

  1. Stützbalken an Fensterlaibungen des Stadtbauamtes. Foto: Markus Donner

  2. Die Erkundungsbohrung an neuer Stelle reicht inzwischen knapp 15 Meter tief in den Untergrund. Foto: Markus Donner

STAUFEN. Noch liegt "Plan B" in der Schublade. Der gilt, wenn alle Mitarbeiter der Stadt die beiden Rathausgebäude für einen Umzug in sichere Gefilde tatsächlich räumen müssen. Noch reicht es aber aus, mit Holzbalken und Nagelankern die Statik der schadhaften Häuser ins Lot zu bringen. Zwei Rollregale aus dem Stadtarchiv sind im Bauhof zwischengelagert, die schweren Akten aus dem Grundbuch im zweiten Stockwerk befinden sich jetzt im Erdgeschoss. Sicher ist sicher. Derweil bekommen die Pläne, das Grundbuchamt mit Bad Krozingen zusammen zu legen, wieder neue Nahrung. In der Nachbarstadt ist man gerne bereit dazu, nicht nur der schweren Akten wegen.

Derzeit sind 167 Häuser beschädigt, um 14 Zentimeter hat sich der Altstadtkern um das Rathaus durch die Quellvorgänge gehoben, ließ Bürgermeister Michael Benitz die Medien bei der jüngsten Pressekonferenz am Donnerstag wissen. Und ein Ende ist nicht abzusehen. Noch nicht. Jetzt liegt die Hoffnung ganz bei der Erkundungsbohrung. Nach dem "Fehlversuch" wird inzwischen dichter am Sondenfeld der sieben Erdwärmebohrungen in den Untergrund eingedrungen. Das zweite Bohrloch hat vor Ostern eine Tiefe von knapp 15 Metern erreicht. Den Sicherheitsanforderungen bei den Bohrarbeiten wird höchste Priorität eingeräumt, versichert Clemens Ruch, der für das Referat 95 (Landesingenieurgeologie) des Regierungspräsidiums die Arbeit in der Rathausgasse akribisch überwacht. Ein Sperrrohr, das jetzt in das Bohrloch eingefügt wird, soll das Eindringen von Wasser verhindern. Dann wird weitergebohrt bis in die Schichten des Lettenkeupers in einer Tiefe von rund 150 Metern. Im ersten Bohrloch war man unvermutet schon nach acht Metern auf diese Erdschicht gestoßen. Ruch spricht von einer tektonischen Verwerfung, die den Rückschluss auf zwei geologisch verschiedene Erdschollen erlauben. Seismische Untersuchungen hätten ergeben, dass die "Scholle" mit dem quellfähigen Material 35 Meter breit sei und sich nicht horizontal, sondern schräg ausdehne. Ruch knüpft an diese Erkenntnis die Hoffnung, dass die Quellvorgänge somit räumlich auf diesen Abschnitt begrenzt seien.

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Um die genaue Beschaffenheit des Untergrunds, der Grundwasserverhältnisse und die Ursache der Hebungen zu erkunden, muss zunächst bis zum Lettenkeuper weitergebohrt werden. Clemens Ruch veranschlagt dafür noch einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen.Das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau werde aus ihren labortechnischen Auswertungen der Erdschichten die in Frage kommenden Szenarien für Sanierungsmaßnahmen entwickeln.

Derweil steht fest, dass 8 Gebäude statisch ertüchtigt werden müssen. Die spätere Beseitigung der Schäden wird nach Schätzungen des Bürgermeisters einen zweistelligen Millionenbetrag erfordern.

Autor: Markus Donner