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14. Oktober 2010 16:21 Uhr
Tüftlerschmiede mit Erfolgsgeschichte
Regierungspräsident besucht Hardware AG
STAUFEN. Regierungspräsident Julian Würtenberger machte sich am Mittwoch am Faust-Gymnasium ein Bild von den Aktivitäten der Hardware AG (HAG). Die von Physiklehrer Winfried Sturm geleitetet Schüler-Arbeitsgemeinschaft besteht seit 28 Jahren. Würtenberger nahm sich über eine Stunde Zeit, um mit den aktuell 16 HAG-Schülern ins Gespräch zu kommen.
Immer wieder wollte sich Sturm schon mit Würtenberger treffen, ein Termin kam aber bislang nie zustande, was auch damit zu tun hat, dass Sturm viel im Ausland unterwegs ist. Aber jetzt war es endlich so weit. 16 Schüler gehören aktuell der HAG an – zwölf davon sind mit Beginn des Schuljahres neu zu der "Hightech-Tüftlerschmiede" gestoßen. Der jüngste, Julian Ambacher, ist erst in der achten Klasse. Normalerweise kommen Schüler erst ab der neunten Klasse zur Arbeitsgemeinschaft, in die viele hineinwollen. Sturm sagt, er mache die Aufnahme nicht von den Noten abhängig, sondern von der Motivation der Jungen und Mädchen.
Die vor 28 Jahren gegründete AG hat schon viele Preise gewonnen, darunter mehrfach den Wettbewerb des Verbands der Elektrotechnik "Invent a chip" mit Systemen gegen den Sekundenschlaf am Steuer, zur Orientierung von Blinden und zur Verbesserung des Lebens von Tinnitus-Kranken. Aktuell tüftelt Sturm an einer Bewegungshilfe für den türkischen Jungen Mehmet, der Autist ist und in Heitersheim auf die Malteserschloss-Schule geht. "Wir wollen mit unserer Arbeit behinderten Menschen helfen", betonte Sturm gegenüber Würtenberger.
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Aber bevor es an komplexe technische Systeme gehen kann, steht das Erlernen des Handwerkszeugs auf dem Stundenplan. Die Neuen der HAG lernen Schaltpläne zu entwickeln, Platinen zu belichten, zu sägen, zu bohren und zu löten. Bei Würtenbergers Besuch waren die Schüler mit der Herstellung eines Logiktesters zugange. Das Gerät prüft bei Computern, ob die Stromspannung korrekt eingestellt ist. Wenn das nicht der Fall ist, kann es zu Problemen beim Hochfahren des Geräts kommen.
Regierungspräsident Würtenberger wollte von den Schülern wissen, was sie an Elektrotechnik reizt, ob die Naturwissenschaften ihre Lieblingsfächer sind und ob sie sich auch vorstellen können, einmal ein ingenieur- oder naturwissenschaftliches Studium aufzunehmen. Sturm nutzte den Besuch des Politikers, auf die unzureichende räumliche und technische Ausstattung des Faust-Gymnasiums für die naturwissenschaftlichen Fächer hinzuweisen. Vor allem sei es schwierig, den Fächerverbund NWT (Naturwissenschaft und Technik) zu unterrichten, wo experimentelles und projektorientiertes Arbeiten im Vordergrund steht.
Autor: hcw
