Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
23. Januar 2009 16:47 Uhr
144 Häuser beschädigt
Staufen hebt sich weiter
Immer mehr Häuser in Staufen haben Risse: Bei der jüngsten Messung haben Experten festgestellt, dass der Untergrund nicht zur Ruhe kommt. Derweil gibt es Entwarnung von anderer Seite für die Staufener Bürger.
-
Bürgermeister Michael Benitz Foto: Markus Donner
-
Risse an einem Privathaus Foto: Markus Donner
-
Risse am Gebäude des Stadtbauamtes Foto: Markus Donner
-
Risse am hinteren Rathausgebäude Foto: Markus Donner
-
Risse am Parkplatz des Bürgermeisters Foto: Markus Donner
-
Hier wurden die Erdsonden für die Geothermieanlage des Rathauses eingebracht. Unweit davon wird es jetzt eine Erkundungsbohrung geben. Foto: Markus Donner
-
Risse am Rathauscafé Foto: Markus Donner
STAUFEN. Die Hebungen in der Staufener Altstadt halten unvermindert an. Wie Bürgermeister Michael Benitz in der heutigen Pressekonferenz ausführte, konzentriere sich nun alles auf die Erkundungsbohrung. Sie soll vermutlich Mitte Februar in 15 bis 20 Meter Entfernung nördlich vom Sondenfeld hinter dem Rathaus erfolgen – 150 Meter tief bis zum so genannten "Lettenkeuper".
Während der Kernbohrung werden geophysikalische Messungen erfolgen. Die Hoffnungen des Bürgermeisters richten sich auf erste Sicherungsmaßnahmen in den wasserführenden Schichten. Ziel dabei wäre es, einen weiteren Wasserzutritt in den quellfähigen Untergrund zu stoppen. Die linearen Hebungen – bis zu einem Zentimeter im Monat – werden durch Quellvorgänge in der Gipskeuperschicht ausgelöst. Nach übereinstimmender Auffassung der Geologen sei dafür ein Wasserzutritt verantwortlich, den es nun zu lokalisieren gelte.
Die Stadt kann nach den Erklärungen der Landesregierung davon ausgehen, dass die Kosten der Bohrung in Höhe von rund 300000 Euro von Stuttgart bezahlt werden. Davon unabhängig werde der Staufener Gemeinderat am kommenden Mittwoch die Vergabe vornehmen. Weitere Finanzzusagen gebe es derzeit jedoch nicht. Benitz ist indes überzeugt, "dass uns das Land nicht im Regen stehen lässt". Finanzminister Willi Stächele (CDU) und Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) seien involviert und auch Ministerpräsident Günter Oettinger habe sich mit dem Problem befasst.
Werbung
Die Zahl der Häuser, die vermeintliche Schäden aufweisen, habe sich auf 144 erhöht, war auf der gestrigen Pressekonferenz zu erfahren. An den am stärksten gefährdeten Häusern würden fortlaufend Untersuchungen vorgenommen. Die Standsicherheit aller Gebäude sei gewährleistet. Dessen ungeachtet gebe es bereits erste Vorschläge zur statischen Ertüchtigung dieser Häuser. Im hinteren Rathausgebäude soll in Kürze im Bereich des Stadtarchives ein Stützgerüst eingezogen werden. Zwischen Rathaus und Rathauscafé werde der Einbau einer 2. Wand (Brandmauer) über die gesamte Gebäudehöhe erwogen.
Entwarnung von der Badenova: Bei den von ihr geprüften Gasanschlüssen habe es keinerlei Anzeichen auf erhöhte Gefahren ergeben. Die Kontrollen werden fortgesetzt und erstreckten sich auf das gesamte Gasversorgungsnetz in Staufen, so Pressesprecher Erich Möck. Die Sonderprüfungen an den gut 100 Hausanschlüssen im von den Bodenhebungen betroffenen Bereich werden etwa bis Ende Februar andauern. Bereits kleinste Leckagen und Undichtigkeiten könnten mit Spezialgeräten aufgespürt werden.
Autor: Markus Donner


