Stuttgart21

Bis zu 2000 Teilnehmer bei Demo zum 8. Jahrestag der Schlossgarten-Räumung

dpa

Von dpa

So, 30. September 2018 um 15:25 Uhr

Stuttgart

Die Parkschützer erinnerten an die mehr als 160 Verletzten des Polizeieinsatzes, forderten eine Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte und riefen dazu auf, das Bauprojekt zu stoppen.

Acht Jahre nach den von Gewalt überschatteten Protesten am "Schwarzen Donnerstag" gegen Stuttgart 21 sind Gegner des Bahnprojekts auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Veranstalter kamen zu der Kundgebung am Samstag rund 2000 Teilnehmer vor den Stuttgarter Hauptbahnhof.

Sie erinnerten an den Polizeieinsatz zur Räumung des Schlossgartens für das umstrittene Bauvorhaben Stuttgart 21. Nach Angaben der Polizei vom Sonntag nahmen rund 1100 Menschen teil. Die Demo verlief demnach friedlich.

160 Menschen verletzt

Am 30. September 2010 waren nach Angaben des Innenministeriums mehr als 160 Menschen verletzt worden, vor allem durch den Einsatz von Wasserwerfern und Pfefferspray. Das Verwaltungsgericht Stuttgart hatte den Polizeieinsatz im Schlossgarten als rechtswidrig eingestuft. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte sich im Dezember 2015 bei den Opfern entschuldigt.

Zu der Demonstration am Samstag waren Protestler mit Plakaten gekommen, auf denen Bilder vom "Schwarzen Donnerstag" zu sehen waren. Auf einem schwarzen Transparent war zu lesen: "Der 30.9. mahnt." Die Umweltschutzorganisation Robin Wood brachte zudem am Bahnhofsgebäude ein gelbes Banner aus Protest gegen Stuttgart 21 an.

Die Neuordnung des Bahnknotens, zu dem der Tiefbahnhof in der Stuttgarter Innenstadt gehört, soll bis zu 8,2 Milliarden Euro kosten. Die Parkschützer forderten Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Innenminister Thomas Strobl (CDU) auf, die Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte einzuführen. In einer Zeitungsanzeige am Samstag appellierten die Gegner von Stuttgart 21 zudem an die Bundestagsabgeordneten, das Projekt zu stoppen.