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08. Februar 2015 16:58 Uhr

Protest

Mehr als 130 Festnahmen bei Anti-Hooligan-Demo in Ludwigshafen

Tausende Menschen haben in Ludwigshafen gegen eine Hooligan-Kundgebung demonstriert. Über 100 Linksautonome hat die Polizei dabei festgenommen.

  1. Teilnehmer einer vom Verein "Gemeinsam-Stark Deutschland" veranstalteten Demonstration protestieren am 08.02.2015 in Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) vor dem Hauptbahnhof. Foto: dpa

  2. Menschen halten in Ludwigshafen bei einer Demonstration gegen den Verein "Gemeinsam-Stark Deutschland" Plakate in die Höhe Foto: dpa

  3. Menschen halten in Ludwigshafen bei einer Demonstration gegen den Verein "Gemeinsam-Stark Deutschland" Plakate in die Höhe Foto: dpa

Bei Aktionen gegen eine Kundgebung von Hooligans und Sympathisanten des rechten Lagers in Ludwigshafen sind am Sonntag mindestens 131 Demonstranten festgenommen worden. Anhängern der linksautonomen Szene werden unter anderem Landfriedensbruch, Sachbeschädigung und Verstöße gegen das Vermummungsverbot vorgeworfen, berichteten Vertreter von Stadt und Polizei am Abend. In zwei Fällen sollen sie bengalisches Feuer unter Polizeiautos geworfen haben, in denen Beamte saßen. Gegendemonstranten kamen unter anderem auch aus dem Raum Mannheim und Heidelberg. Ein Anhänger des rechten Lagers wurde festgenommen, weil er einen Polizisten mit einem Faustschlag ins Gesicht verletzt hatte.

Hooligans waren weniger als gedacht

Zu den sechs angekündigten Demonstrationen gegen die Kundgebung des Vereins "Gemeinsam-Stark Deutschland" - einer Abspaltung des Netzwerks "Hooligans gegen Salafisten" - waren nach städtischen Angaben etwa 2000 Menschen gekommen, die Organisatoren sprachen von 3000 bis 4000. Etwa 500 Teilnehmer zählten die Beamten bei der Kundgebung des Vereins, die nach einem juristischen Tauziehen aus Sicherheitsgründen auf den Bahnhofsvorplatz beschränkt blieb. Die Veranstalter hatten mit doppelt so vielen gerechnet.

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In Mannheim seien ebenfalls noch drei Anhänger der rechten Szene bei einer Schlägerei festgenommen worden, berichtete ein Polizeisprecher.
Bei einer der Demonstrationen gegen die Kundgebung hatten Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Oberbürgermeisterin Eva Lohse (CDU) zum Widerstand gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus aufgerufen. Stadträte der rechtskonservativen AfD beklagten später, sie seien bei der Demonstration bedrängt und angepöbelt worden. Von Auseinandersetzungen zwischen Gegendemonstranten und Hooligans wurde zunächst nichts bekannt. Nach Dreyers Angaben waren 1300 Beamte eingesetzt, um die Gruppen zu trennen.Dieses Konzept sei aufgegangen, sagte Polizeipräsident Jürgen Schmitt am Abend.

Vorabsperrung wurde überrannt

Nach seinen Angaben hatte sich eine Gruppe von Gegendemonstranten, die mit einem Aufzug aus Mannheim nach Ludwigshafen gekommen war, direkt nach der Ankunft in Richtung Bahnhof abgesetzt und dabei zahlreiche Straftaten begangen. So wurde bei einem der Wagen, unter dem ein bengalisches Feuer landete, auch eine Scheibe eingeworfen. "Das sind zwei Ereignisse, die wir für besonders kritisch halten", sagte Schmitt. Auch fast 45 Fälle von Landfriedensbruch seien bislang bekannt. Die Gegendemonstranten, die aus dem Raum Mannheim und Heidelberg und von noch weiter weg stammten, hätten dann auf dem Weg zum Bahnhof eine Vorabsperrung überrannt. Die eigentliche Absperrung habe aber gehalten.
Den Faustschlag habe ein Beamter abbekommen, als eine Gruppe des rechten Lagers nach der Kundgebung in ein Lokal gegangen sei und der Wirt kurz darauf die Polizei um Hilfe gerufen habe. Die Gaststätte sei daraufhin geräumt worden.

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Autor: dpa, aktualisiert um 21:44 Uhr