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26. Januar 2010 21:52 Uhr

Millionenförderung

Forschungs-Netzwerk aus Freiburg gewinnt Wettbewerb

Ein Netzwerk von Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen aus Baden-Württemberg hat den Cluster-Wettbewerb gewonnen. Es erhält eine Millionenspritze und ein Qualitätssiegel.

  1. Mikrosystemtechnik. Foto: dpa/dpaweb

FREIBURG. Forscher aus Baden-Württemberg dürfen sich über eine Finanzspritze von 40 Millionen Euro freuen. Die Mikrosystemtechniker des Forschungsnetzwerkes Microtec Südwest gewannen am Dienstag den Spitzencluster-Wettbewerb der Bundesregierung. Maßgeblich mitbeteiligt ist das Institut für Mikrosystemtechnik der Universität Freiburg.

200 Millionen Euro hatte die Bundesregierung für die fünf Gewinner ausgelobt. Das offizielle Ziel des Wettbewerbs: Netzwerke von Forschungsinstituten und Industrieunternehmen zu stärken und auf ihrem Weg in die internationale Spitzengruppe zu unterstützen.

2008 hatte bereits eine erste Runde stattgefunden, damals war die Bewerbung des Microtecs Südwest unter der Federführung des Freiburger Instituts für Mikrosystemtechnik (Imtek) noch gescheitert. Nach dem aktuellen Erfolg im zweiten Anlauf stammen von den zehn Gewinnern aus beiden Wettbewerbsrunden damit drei aus Baden-Württemberg. 2008 wurden bereits zwei Zusammenschlüsse aus der Rhein-Neckar-Region ausgezeichnet.

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AUSTAUSCH ZWISCHEN FORSCHERN UND ANWENDERN

Im Microtec Südwest arbeiten mehr als 300 Forschungsinstitute und Firmen zusammen, die im Bereich Mikrosystemtechnik tätig sind. Zu Unternehmen wie Bosch, Roche, Endress und Hauser oder Festo gesellen sich im Forschungsnetzwerk, dem sogenannten Cluster, unter anderem die Universitäten Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe und Stuttgart sowie die Hochschule Furtwangen. Die Intention: Den Austausch zwischen Forschern und Anwendern vor allem auch in der mittelständischen Industrie zu verbessern und Innovationen und Erfindungen schneller nutzbar zu machen.

Einer der Schwerpunkte des Netzwerkes ist die Medizintechnik. In Zusammenarbeit mit dem Pharmaunternehmen Roche wird beispielsweise an neuen Techniken für die Labordiagnose gearbeitet. Große Fortschritte verspricht man sich auch beim Microtec Südwest durch die Entwicklung neuer Hochleistungssensoren für die Antriebstechnik und für Fahrassistenzsysteme im Automobilbau.

40 Millionen Euro sollen nun in den nächsten fünf Jahren aus Berlin an die Universität Freiburg und ihre Kooperationspartner fließen. Weitere 40 Millionen müssen von den Mitgliedern im Spitzencluster beigesteuert werden.

UNI FREIBURG BEFLÜGELT

Jürgen Rühe, Chef der Abteilung für Chemie und Physik von Grenzflächen am Imtek sowie Vorstand vom Verein Mikrosystemtechnik Baden-Württemberg Südwest, macht sich nach dem Erfolg große Hoffnungen, dass Auszeichnung und Förderung die "hiesigen Aktivitäten im Bereich Mikrosystemtechnik sehr beflügeln und den beteiligten Unternehmen, Instituten und der Universität Freiburg viel Aufmerksamkeit sichern werden".

Freiburgs Rektor Hans-Jochen Schiewer freute sich über diese Auszeichnung: "Dieser großartige Erfolg ist auch der weltweit anerkannten wissenschaftlichen Profilierung der Mikrosystemtechnik der Universität Freiburg zu verdanken. Mit dem Institut für Mikrosystemtechnik sind wir der federführende wissenschaftliche Partner."

Autor: Michael Brendler