Kriminalität

Gambier mischen im Rauschgifthandel kräftig mit

dpa

Von dpa

So, 13. Mai 2018 um 19:03 Uhr

Südwest

Laut Landeskriminalamt kommt ein Drittel aller Flüchtlinge, die solcher Taten verdächtigt werden, aus dem westafrikanischen Staat.

Migranten aus Gambia sind bei Rauschgiftdelikten in Baden-Württemberg stark überrepräsentiert. Landesweit seien für das Jahr 2017 im Bereich der Rauschgiftkriminalität mehr als 2700 tatverdächtige Asylbewerber oder Flüchtlinge in der polizeilichen Kriminalstatistik erfasst, sagt Landeskriminaldirektor Klaus Ziwey. Mehr als 800 davon waren Gambier, die oft sogar Mehrfachtäter seien.

"Gambier machen in diesem Deliktsfeld mehr als ein Drittel aller tatverdächtigen Flüchtlinge aus und handeln vor allem mit Cannabis", erklärte Ziwey. Neben den Gambiern handeln auch Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Algerien mit Drogen. Insgesamt leben im Südwesten Deutschlands 6600 gambische Asylsuchende.

Baden-Württemberg besonders betroffen

Der Drogenhandel nahezu ausschließlich männlicher Tatverdächtiger habe sich von den Asylbewerberunterkünften zunehmend in den öffentlichen Raum verlagert, sagt Ziwey. "Das ist ein neuer Trend." Dies bedeute auch, dass die Kriminalität in den Unterkünften zurückgehe. Neben Rauschgift gingen auf das Konto gambischer Migranten vor allem Diebstahl, Leistungserschleichung und Körperverletzungen.

Baden-Württemberg ist nach Erkenntnissen des Landeskriminalamts besonders betroffen, da Asylanträge gambischer Staatsangehöriger zentral bei der Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge in Karlsruhe bearbeitet werden. Deshalb wird ein Großteil aller gambischen Asylbewerber im Land untergebracht. "Hinzu kommt, dass gambische Asylbewerber aus Westafrika stammen, einer Region, von der bekannt ist, dass die organisierte Kriminalität dort seit Jahren an Bedeutung gewinnt und als Drehkreuz für den internationalen Kokainhandel fungiert", sagt Ziwey.

Bislang sei aber nicht bekannt, dass gambische Staatsangehörige in organisierter Form gezielt zum Rauschgifthandel nach Deutschland eingeschleust würden. Teilweise handelten sie mit Rauschgift, um ihre Familien im Herkunftsland zu unterstützen. Laut Ziwey sind im vergangenen Jahr rund 150 gambische Asylsuchende abgeschoben oder in Länder gebracht worden, wo sie erstmals in der EU ankamen. Die Anerkennungsquote sei mit rund zwei Prozent sehr gering.