Kulturwandel schafft neue Lehrerbildung

Wulf Rüskamp

Von Wulf Rüskamp

Do, 14. Juni 2018

Südwest

PH und Uni Freiburg gründen eine "School of Education".

FREIBURG. Der Umbau der Lehrerbildung an der Universität und der Pädagogischen Hochschule (PH) Freiburg ist abgeschlossen. Beide Hochschulen arbeiten künftig in diesen Studiengängen eng zusammenarbeiten. Mit der "School of Education" (früher hätte man das Zentrum für Lehrerbildung genannt), die am Mittwoch gegründet worden ist, erhält die Kooperation ihren festen Rahmen.

Für alle, die für den Lehrerberuf studieren, hatte es die grundsätzliche Änderung bereits vor drei Jahren gegeben: Damals war an die Stelle des Studiums mit Abschluss Staatsexamen die Aufgliederung in ein Bachelor- und ein Masterstudium getreten. Die neuen, zwei Fächer umfassenden Bachelorstudiengänge für Lehrer sind so angelegt, dass sie als Basis auch für ein weiteres Fachstudium taugen. Dazu die Prorektorin für Lehre an der Universität, Juliane Besters-Dilger: "Die Entscheidung Lehrer ja oder nein fällt erst am Ende des Bachelor-Studiums."

Den Kern des künftigen Lehrerstudiums für die Sekundarstufen I und II (Realschule und Gymnasium) bildet das Masterstudium, an dessen Ausgestaltung sich Universität und PH mit ihren jeweiligen Stärken gleichermaßen beteiligen. Einbezogen sind zudem Schulbehörden, die Staatlichen Seminare für Lehrerbildung und Schulen in der Region. Denn Praxisnähe in der Lehre einschließlich eines zwölfwöchigen Schulpraktikums sind Kennzeichen der "qualitativ verbesserten professionsorientierten Lehrerbildung", wie Universitätsrektor Hans-Jochen Schiewer und sein PH-Kollege Ulrich Druwe erklärten.

Im neuen Masterstudium, das im Wintersemester mit voraussichtlich 650 Studenten startet, bestreiten je nach Fach Dozenten der PH oder der Universität die Lehre. Hinter der Kooperation steht ein, so Schiewer, "Kulturwandel" im Umgang der Hochschulen miteinander. Weshalb sie überzeugt sind, dass ihre "School of Education", obwohl es schon drei Vorläufer im Land gibt, das beste Konzept hat: Mit 7,3 Millionen Euro werde das Freiburger Vorhaben im Rahmen der "Qualitätsoffensive" von Bund und Land stärker gefördert als die Konkurrenz.