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16. November 2011 17:00 Uhr

Rechenspiele

S21-Volksabstimmung: Bei wie vielen Stimmen wird das Quorum geknackt?

Geht es um die Volksabstimmung zu Stuttgart 21, wabert oft der Begriff Quorum durch die Nachrichten. Doch was ist das eigentlich? Wie viele S21-Gegner müssen wählen gehen, damit es erreicht wird? Ein Kehler Professor klärt auf.

  1. Volksabstimmung zu Stuttgart 21. Foto: dpa

Nehmen wir folgendes Szenario an: Die Mehrheit der Wähler stimmt am 27. November beim Volksentscheid für den Ausstieg aus Stuttgart 21. Trotzdem wird das Milliardenprojekt weiterverfolgt. Wie das sein kann? Das Quorum von 33,3 Prozent wurde verfehlt. Das bedeutet, von allen Wahlberechtigten hat weniger als ein Drittel gegen Stuttgart 21 gestimmt.

Insgesamt sind 7,8 Millionen der Baden-Württemberger aufgerufen, an die Wahlurne zu treten. Damit das Quorum erfüllt wird, müssen 2,6 Millionen gegen Stuttgart 21 votieren. Dass nicht die Stimmmehrheit zählt, ruft bei den Gegnern des Bahnprojekts heftigen Protest hervor – zumal Baden-Württemberg bundesweit das Bundesland mit dem höchsten Quorum ist. In Bayern, Hessen und Sachsen existiert es gar nicht.

Wie bedeutend das Quorum für den Wahlausgang sein kann, zeigen Rechenspiele von Roland Geitmann von der Hochschule in Kehl. Denn je nach Wahlbeteiligung kann das Quorum leicht oder sogar gar nicht erreicht werden.
  • Geht JEDER DRITTE Wahlberechtigte abstimmen, muss jeder von ihnen für den Ausstieg des Landes aus der Finanzierung stimmen, damit das geforderte Quorum erfüllt ist. Sind es weniger, ist die Vorgabe gar nicht zu erfüllen.

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  • Bei einer Wahlbeteiligung von insgesamt 40 PROZENT müssen mindestens rund 83 Prozent aller Teilnehmer für den Ausstieg votieren.
  • Stimmt JEDER ZWEITE Wahlberechtigte am 27. November ab, wären etwa 67 Prozent Ja-Stimmen für den Ausstieg aus der Finanzierung des umstrittenen Bahnprojekts notwendig.
  • Würden 60 PROZENT der Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben, bräuchte es rund 55,5 Prozent für den Ausstieg aus der Finanzierung.
  • Geben mindestens ZWEI VON DREI Wahlbeteiligten ihre Stimme ab – also mehr als bei der letzten Landtagswahl –, wäre der Ausstieg schon mit der einfachen Mehrheit der Ja-Stimmen (50 Prozent) zu erreichen.
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Autor: BZ/dpa