Urteil gegen EdF bestätigt

Bärbel Nückles

Von Bärbel Nückles

Do, 22. November 2018

Südwest

Panne in Fessenheim.

COLMAR (bnü). Das Appellationsgericht Colmar hat am Mittwoch den französischen Stromkonzern EdF erneut wegen Falschinformation der Öffentlichkeit verurteilt und damit ein Urteil aus der ersten Instanz von 2017 bestätigt. Hintergrund ist ein Vorfall aus dem Februar 2015. Damals war es im Maschinenraum von Block 1 des Akw Fessenheim zu einem Rohrbruch gekommen. Durch Wasseraustritt wurde sicherheitsrelevante Elektrik beschädigt. Es erfolgte eine Notabschaltung des Reaktors.

EdF hatte die Tragweite des Vorfalls zunächst geschönt und von einem "Abdichtungsproblem" gesprochen. Der Schaden wurde eilig behoben und Block 1 wieder hochgefahren. Wenige Tage später riss die Leitung nahe der ersten Bruchstelle erneut, diesmal in Anwesenheit von Kontrolleuren der Atomaufsicht (ASN), die gegenüber dem Betreiber eine Rüge aussprachen. Mehrere Umweltorganisationen hatten gegen EdF geklagt und vom Amtsgericht Guebwiller im März 2017 Recht bekommen. EdF sollte 17 000 Euro Strafe bezahlen. Der Akw-Betreiber ging in Berufung. Das Urteil in zweiter Instanz bemisst die Geldstrafe zwar niedriger, folgt aber der Argumentation des Amtsgerichts, das vor allem Missmanagement und Informationspolitik bemängelt hatte.