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09. März 2010 12:53 Uhr
39 Empfehlungen
Winnenden-Jahrestag: So will die Politik Amokläufe verhindern
Mehr Schulpsychologen und ein Alarmton: Ein Jahr nach dem Amoklauf von Winnenden hat ein Sonderausschuss des Landtages 39 Handlungsempfehlungen vorgelegt. Sie sollen Bluttaten an Schulen weniger wahrscheinlich machen.
"Wir können keine Amokläufe verhindern, aber wir müssen der Gefahr entgegenwirken", sagte der Vorsitzende des Sonderausschusses, der CDU-Parlamentarier Christoph Palm, am Dienstag im Landtag in Stuttgart.
Da eine Amoktat keine Kurzschlusshandlung sei, sondern eine lange geplante Tat, sei es besonders wichtig, möglichst früh mit der Gewaltprävention zu beginnen. Deshalb schlägt der Sonderausschuss in seinem Abschlussbericht rund 250 neue Stellen für Beratungslehrende und Gewaltpräventionsberater sowie zusätzlich 100 weitere Stellen für Schulpsychologen vor. Bereits ab dem kommenden Schuljahr sollen 30 weitere Schulpsychologen eingestellt werden.
Außerdem ist ein Studiengang "Schulpsychologie" an einer der Hochschulen Baden-Württembergs geplant. Ein "Kompetenzzentrum des Landes" soll die landesweiten Aufgaben zur Gewaltprävention bündeln. Wolle man die Sicherheit an Schulen verbessern, müsse neben dem Feueralarm ein weiterer einheitlicher Alarmton an allen Schulen eingeführt werden, der im Falle eines Amoklaufes zu hören ist, so Palmer. Außerdem sei ein Alarmisierungssystem nötig, das auch funktioniert, wenn alle Telefonnetze zusammenbrechen.
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In dem 881-seitigen Abschlussbericht sind Empfehlungen von 16 Experten eingeflossen, die vom Ausschuss angehört wurden. Am Jahrestag des Amoklaufes (11. März) wird der Bericht dem Landtag vorgelegt. Will man die Empfehlungen umsetzen, werden sie dem Land jährlich ungefähr 30 Millionen kosten.
Ein 17-jähriger ehemaliger Schüler hatte die Albertville-Realschule in der Kleinstadt Winnenden gestürmt und dort neun Schüler und drei Lehrerinnen erschossen. Auf der Flucht tötete er drei weitere Personen, bevor er sich selbst das Leben nahm.
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Autor: epd
