Tatkräftig und lösungsorientiert

Ute Aschendorf

Von Ute Aschendorf

Sa, 09. November 2013

Lenzkirch

BEI UNS DAHEIM: Harald Fritsche verlässt Ende des Monats den Hochschwarzwald.

LENZKIRCH. Schweren Herzens verlässt Harald Fritsche Ende November mit seiner Frau Doris den Hochschwarzwald und zieht nach Bad Wildungen. Es seien reine Vernunftgründe, die zu dem Entschluss geführt hätten, beteuert der 72-Jährige. Angesichts seiner Erkrankung habe das Wohl der Familie Vorrang vor seiner Liebe zum Schwarzwald. Fritsche, der sich in den vergangenen 23 Jahren durch vielfältiges Engagement einen Namen gemacht hat, wird durch seinen Umzug eine merkliche Lücke hinterlassen.

Nach den Kriegswirren verschlug es den 1941 geborenen Fritsche mit seinen Eltern 1948 nach Altglashütten. Die Familie bewohnte die alte Fuchsfarm, wo der Vater weiße Mäuse für die Pharmaindustrie züchtete. Bis zur achten Klasse besuchte Fritsche die Volksschule in Altglashütten. Dann zog die Familie nach Remscheid. Fritsche absolvierte eine Ausbildung zum Werkzeugmacher und verpflichtete sich mit 18 Jahren bei der Bundeswehr, wo er bis zur Pensionierung 1992 als Hubschraubermechanikermeister in Bückeburg diente.

Seine Liebe zum Schwarzwald blieb in all den Jahren bestehen und festigte sich während zahlreicher Urlaubsaufenthalte. Bereits 1987 bezog er mit seiner Frau einen Zweitwohnsitz in Lenzkirch, der zwei Jahre später zum Erstwohnsitz wurde. Fritsche gerät ins Schwärmen, wenn er von der herzlichen Aufnahme berichtet, die ihm in Lenzkirch zuteilwurde. Zu seinen liebsten Erinnerungen zählen die Stunden mit dem Kegelclub "Alte Garde", am Stammtisch im "Schwarzwaldstüble" und mit den "Haslach Hallodris". Als unvergessliches Erlebnis schildert er den Auftritt der "Haslach Hallodris" zu seinem 50. Geburtstag im 680 Kilometer entfernten Bückeburg. Dort hinterließen die Musiker einen derart guten Eindruck, dass sie auch zur Hochzeit von Fritsches Sohn in Hannover aufspielten.

Fritsche ist jedoch nicht nur ein geselliger und heiterer Zeitgenosse, sondern übernahm in seinen Lenzkircher Jahren auch verschiedene verantwortungsvolle Aufgaben. Für die Volkshochschule war er fünf Jahre als örtlicher Leiter ehrenamtlich tätig. Politisch engagierte er sich zehn Jahre als Gemeinderatsmitglied der CDU. Und für Mesa Parts war er nach seiner Pensionierung 15 Jahre als Aushilfsfahrer tätig. Besonderen Einsatz legte er für die Natur- und Heimatpflege an den Tag. Als passives Mitglied unterstützte er die Arbeit des Heimatvereins Kappel, der Stadtmusik Lenzkirch, der Lenzkircher Dengele, die Kultur im Kino und die Kapelle Weiler.

Sein größtes Engagement galt jedoch der Arbeit im Schwarzwaldverein, dem er seit 26 Jahren angehört. Bereits 2011 erhielt er für seine Verdienste vom damaligen Verbandspräsidenten Eugen Dieterle das Ehrenzeichen in Gold. In der Ortsgruppe Lenzkirch des Schwarzwaldvereins war er als Wanderwart und zwölf Jahre als Vereinsvorsitzender tätig und wurde Anfang dieses Jahres zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Seit elf Jahren ist er zudem Bezirksvorsitzender des Bezirks Hochschwarzwald und somit wichtige Schnittstelle zwischen den Ortsgruppen und dem in Freiburg ansässigen Verband.

Stolz auf die Projekte unter seiner Regie

Stolz zeigt sich Fritsche über die unter seiner Regie verwirklichten Projekte, zu denen die Einführung des neuen Wegesystems, die Erneuerung der Brücke an der Haslachmündung und die Einrichtung des Geo-Parks samt Aussichtspavillon gehören. Bleibende Werte zu schaffen sei ihm ein großes Anliegen gewesen, erklärt Fritsche. Wenn neben zahlreichen Aktivitäten, die Fritsches Tage füllten, noch Zeit blieb, widmete er sich dem Hobby der Tiffany-Glaskunst. In seiner Wohnung kann man zahlreiche Lampen sowie Tür- und Fensterbilder bewundern, die in stundenlanger Arbeit entstanden und in prächtigen Farben leuchten.

Zu den herausragenden Eigenschaften Fritsches gehört tatkräftiges und lösungsorientiertes Engagement, das stets mit Gradlinigkeit einherging. Und wenn er seine Verbundenheit zum Schwarzwald, zu Lenzkirch und den hiesigen Menschen beteuert, dann weiß jeder, dass man ihm Glauben schenken kann.