Caritas will Helferkreis in Teningen aufbauen

Benedikt Sommer

Von Benedikt Sommer

Do, 22. November 2018

Teningen

Helfer werden gesucht / Die Eröffnungsveranstaltung für die Nachbarschaftshilfe in Teningen stieß auf geringes Interesse.

TENINGEN. Auf relativ geringes Interesse stieß die Eröffnungsveranstaltung der Nachbarschaftshilfe Teningen, zu der die Gemeinde in das Gemeindezentrum St. Marien eingeladen hatte. Der Caritasverband, der Helfergruppen in Emmendingen, Endingen und im Teninger Ortsteil Heimbach organisiert, soll dieses Hilfsangebot auf alle Ortsteile ausdehnen. Dazu sucht er Helferinnen und Helfer.

Der Bedarf an Angeboten in der Altersversorgung sei da und wachse ständig, sagte Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker. Nach den positiven Erfahrungen in Heimbach, wo die Bürger aus einem Leitbildprozess heraus erfolgreich den Aufbau einer Nachbarschaftshilfe mit dem Caritasverband umsetzten, freue er sich, dass sich der Wohlfahrtsverband auf Anfrage der Gemeinde bereit erklärt habe, dieses Angebot auf ganz Teningen auszudehnen. "Damit meinen wir die Gesamtgemeinde", betonte Hagenacker, "ohne den Ortsteil Heimbach."

Uwe Zimmer von der Caritas stellte klar, dass der Verband der Sozialstation keine Konkurrenz mache. Bei der Nachbarschaftshilfe handele es sich um keinen Pflegedienst, sondern um "niederschwellige Entlastungsangebote": Hilfe im Haushalt, beim Einkaufen, Spazierengehen oder Vorlesen. "Es sind diese kleinen Hilfen, die die Menschen brauchen, um einfach länger in den eigenen Wänden leben zu können", ergänzte Christel Stelzer aus Heimbacher Erfahrungen.

Uwe Zimmer sagte, dass durch die Reform der Pflegegesetze jedem Bedürftigen ab Pflegegrad 1 monatlich 125 Euro für solche Leistungen zur Verfügung stünden: "Bis zu diesem Betrag, also etwa für acht Stunden im Monat, ist diese Hilfe für den Hilfeempfänger mit keinen Kosten verbunden." Unabhängig davon könne jeder auf eigene Kosten diese Hilfen in Anspruch nehmen. Problematisch sei es nur, genügend Helferinnen und Helfer zu finden. Hier gelte es, auf beiden Seiten Ängste und Vorurteile abzubauen, sagte Ulrike Brauer, die die Nachbarschaftshilfe vor Ort organisieren wird. Aktuell erhält eine helfende Person eine Aufwandsentschädigung von neun Euro für Betreuung und Begleitung und von elf Euro pro Stunde für hauswirtschaftliche Unterstützung. Bis 2400 Euro im Jahr seien diese Einkünfte steuer- und versicherungsfrei, so Zimmer. Oft bestünden bereits auf privater Ebene solche Hilfsstrukturen. Diese mit der Nachbarschaftshilfe zu institutionalisieren, also "offiziell" zu machen, biete neben den Geldzahlungen den Vorteil des Versicherungsschutzes. Zimmer sagte, es gebe keine Altersbeschränkung für diese Tätigkeit, er halte aber ein Mindestalter von 16 Jahren für sinnvoll.

Die Helferinnen und Helfer müssen "möglichst zeitnah" eine 30-stündige, kostenlose Ausbildung absolvieren. Zweimal jährliche biete die Caritas solche Kurse an, so Zimmer. "Viele gewinnen dadurch einfach an Sicherheit".

Die Gemeinde sucht für diese Aufgabe nun engagierte Bürgerinnen und Bürger. Ein Arbeitskreis, Flyer und eine weitere Infoveranstaltung sollen für zusätzliche Aufklärung sorgen.

Info: Interessenten wenden sich im Rathaus an Beate Sütterlin (Tel. 07641-580671) oder bei der Caritas an Ulrike Brauer (Tel. 07641-9214-602). Die Caritas erhebt für Organisation und Verwaltung pro Stunde einen Beitrag von vier Euro. So kosten Hilfen im Haushalt von 15 Euro/Stunde, die Betreuung 13 Euro/Stunde.