Teningen

Frau und Kind getötet: Staatsanwaltschaft erhebt Mordanklage

Patrik Müller (aktualisiert um 16.32 Uhr)

Von Patrik Müller (aktualisiert um 16.32 Uhr)

Fr, 12. Januar 2018 um 12:42 Uhr

Teningen

Die Staatsanwaltschaft Freiburg hat Anklage gegen Farid W. erhoben: Der 52-Jährige soll im Juli in Teningen seine Ex-Partnerin Anne M. und ihren vierjährigen Sohn Noah getötet haben.

Ein knappes Jahr nach dem gewaltsamen Tod der 39-jährigen Anne M. und ihres vierjährigen Sohnes Noah in Teningen hat die Staatsanwaltschaft beim Freiburger Landgericht Anklage wegen Mordes erhoben: Der Angeklagte Farid W., der seit dem Tattag in Untersuchungshaft sitzt, soll seine frühere Lebensgefährtin und den gemeinsamen Sohn mit mehreren Messerstichen getötet haben. Im Fall einer Verurteilung droht dem 52-jährigen Deutschen mit algerischen Wurzeln lebenslange Haft.

Das Verbrechen sorgte für Entsetzen in der Region. Am 28. Juli 2017 fuhr Farid W. laut den Ermittlungsergebnissen der Polizei zur Wohnung seiner Ex-Partnerin in Teningen. Mit seinem Wagen soll er ihr Auto bei der Fahrt aus der Tiefgarage blockiert haben – und mit einem Messer auf die beiden eingestochen haben. Mutter und Kind starben im Krankenhaus, Farid W. wurde nach kurzer Fahndung und Verfolgung festgenommen.

Der Fall löste Diskussionen aus

Jetzt hat die Freiburger Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen abgeschlossen. Sie legt dem Angeklagten zweifachen Mord zur Last – als Mordmerkmale sehen die Ankläger sowohl Heimtücke als auch niedere Beweggründe. Laut Michael Mächtel, dem Sprecher der Freiburger Behörde, hat sich der Angeklagte noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Ein Termin für die Verhandlung steht noch nicht fest – das Landgericht muss erst über die Zulassung der Anklage entscheiden.

Der Fall löste im Sommer auch Diskussionen über den Schutz vor Gewalttätern aus. Farid W. soll seine Ex-Partnerin schon im Vorfeld bedroht haben, ein gerichtliches Annäherungsverbot war am Tag vor der Tat rechtskräftig geworden. "Sie hat immer mit der Angst gelebt, dass es irgendwann so kommen könnte", hatte Teningens Pfarrer Andreas Ströble bei seiner Traueransprache gesagt. "Es bleiben Fragen", erklärte Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker: Der "Platz ohne Angst", den die beiden gesucht hätten, sei ihnen verwehrt geblieben – und das Annäherungsverbot habe sich als "stumpfes Schwert" erwiesen.

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