Mehr Licht fürs Rathaus

Markus Zimmermann

Von Markus Zimmermann

Sa, 08. September 2018

Teningen

Im September 2019 soll die Gemeindeverwaltung in das sanierte Teninger Rathaus einziehen.

TENINGEN. Die Uhr am Türmchen auf dem Teninger Rathaus steht still, Punkt 12 zeigt sie seit Wochen an. Im Innern des Gebäudeensembles aus mehreren Epochen kann jedoch keinesfalls von Stillstand die Rede sein, was manche Zeitgenossen schon sorgenvoll festzustellen glaubten. Jetzt, nach den Bauferien, sind an allen Ecken und Enden die Handwerker wieder an der Arbeit. September 2019, so Architekt Bernd Schmidt, soll alles fertig sein.

Den Eindruck, dass die Gemeindeverwaltung in Jahresfrist eingezogen sein wird, macht das Gebäudeensemble bei der gestrigen Ortsbegehung nicht gerade. "Ein ehrgeiziges Ziel", sagt Schmidt, doch ist er zuversichtlich, den Termin halten zu können. Auch wenn Verzögerungen eingetreten seien. "Wir waren vor Überraschungen nicht sicher und die sind immer wieder aufgetaucht", betont Schmidt. Es sei keineswegs immer alles gerade gewesen, was es hätte sein sollen, manches sei anders vorgefunden worden, als es nach den Plänen hätte sein sollen. Allein die vielen verschiedenen Decken in dem Gebäudeensemble, das aus drei Epochen stammt, stellen vor Herausforderungen.

Erschwerend kam dazu, dass ein beauftragtes Unternehmen seine Arbeit eingestellt hat. Weder Schmidt noch Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker äußern sich dazu. "Ein schwebendes Verfahren", erklärt der Jurist auf dem Chefsessel der Verwaltung, weshalb es von ihm dazu keine Auskunft gibt. Die liegen gelassene Arbeit sei jedoch mittlerweile erledigt. Schwebend und nicht in Stein gemeißelt ist auch noch so manch konkrete Ausführung. Keinesfalls mit sich reden lassen will Hagenacker über die farbigen Dekoration über der Eingangspforte. In Gold glänzt dort auf blauem Grund eine Sonne, darüber eine Jakobsmuschel. Deutlich erkennbar ist, dass das Gebäude aus dem Jahr 1767 ursprünglich das Gasthaus "zur Sonne" war. Schmidt will sich da nicht so festlegen, will erst einmal abwarten, wie es aussieht, wenn das Gebäude sich wieder so zeigt, wie es "historisch befundet ist". Das bedeutet, dass die Sandsteinelemente wieder als solche sichtbar werden, die grünen Fensterläden verschwinden und die Fassade einen hellen Farbton hat. Als Beispiel weist er auf den Farbton am gegenüberliegenden Haus mit Staffelgiebel hin. "Der Denkmalschutz wird sicher auch noch mitreden wollen", erklärt Schmidt, der Denkmalschutz studiert hat. Für ihn von Bedeutung ist, dass später die Struktur des Rathausensembles, die historischen Ergänzungen deutlich erkennbar sein werden.

Jetzt schon zeigt sich, dass die Innenräume an Helligkeit gewonnen haben. Maßgeblich ist dafür, dass zahlreiche Wände beseitigt wurden, die notwendige Abtrennung später mit Glas erfolgen soll. Auch wurden, nach Rücksprache mit den Mitarbeitern, gleich mehrere Bereiche als Großraumbüros ausgeführt. Ganz besonders hell präsentiert sich das völlig neu aufgebaute Dachgeschoss im knapp 40 Jahre alten Erweiterungsbau. Wer hier, vor allem in den Räumen direkt unterm First, einmal arbeitet, hat durch große Gauben viel Licht und einen beeindruckenden Blick über die Dächer bis zum Schwarzwald oder Kaiserstuhl.

Hie und da wird noch angeregt diskutiert über verschiedene Vorschläge. Flexibilität ist immer noch möglich. Das ist auch gut so. Auf die Gestaltung des Sitzungs- und Bürgersaals, in dem der Gemeinderat tagt, könnte sich auch das Ergebnis des Bürgerentscheids über die unechte Teilortswahl am 14. Oktober auswirken, so Hagenacker. Schließlich mache es einen Unterschied, ob der Platz für einen Gemeinderat mit 22 oder mit mehr Mitgliedern bieten muss.