Meister im Feste-Feiern

Armin Möller

Von Armin Möller

Do, 30. August 2018

Teningen

TENINGEN VOR 50 JAHREN: Kein Verein feierte für sich allein.

TENINGEN. In der letzten Woche der Sommerferien feiert Teningen wieder sein Gassenfest. Es findet seit 1972 alle zwei Jahre statt und ist, obwohl nicht mehr jeder Verein dabei ist, noch immer das größte Fest in Teningen. Und in der verstand man es zu feiern – das zeigt ein Blick 50 Jahre zurück.

Was den Heimatstolz, den Zusammenhalt und die Begeisterung für das Turnen anbetraf, war Teningen 1968 absolut Spitze und nicht zu schlagen – und das galt so für das ganze Badnerland. Kein Verein in Teningen feierte für sich allein. Der Ort war unbestritten Meister im Feste-Feiern! Als der Turn- und Sportverein vor 50 Jahren sein 60-Jähriges feierte, nahmen am Festzug durch den Ort alle anderen örtlichen Vereine teil und selbst aus der Nachbarschaft kamen Clubs, um hier mitzumachen. Der Reit- und Fahrsportverein aus Kenzingen schmückte mit seinen Reitern den Umzug durch Teningen und dass die Teninger Musik- und Feuerwehrkapelle mitmarschierte, war ohnehin so etwas wie Pflicht. Soviel gute Feierlaune fand man anderswo nicht ein zweites Mal. In Emmendingen zum Beispiel gab es so etwas nicht.

Mit einem Umzug durch die Gemeinde war es in Teningen bei Vereinsgeburtstagen aber nicht getan. Zu einem zünftigen Fest gehörte damals auch eine Festveranstaltung in der Sporthalle. Das Programm war gemischt. Ein Sportler etwa trat mit Brot und Hartwurst auf: "Wer läuft, braucht auch Verpflegung," mahnte er die Gemeinderäte. Sie sollten bei den Mitteln für die örtliche Sportförderung großzügig sein. Ein anderer Aktiver begeisterte mit seinem Sketch "Fußballgespräch am Telefon", wobei auch an Spitzen gegen die heimischen Fußballer nicht gespart wurde. Höhepunkt der Abendveranstaltung waren die Darbietungen der Teninger Leistungssportler und -sportlerinnen. Turnertrainer und TuS-Ehrenmitglied Adam Stein hatte eigens für diesen Abend ein Programm mit seiner Turnerriege zusammengestellt, die seit dem deutschen Turnfest 1968 in Berlin wegen ihrer Erfolge unter Turnern in ganz Deutschland bekannt war. Ein Höhepunkt war die Übung, die Jungturnerin und spätere Olympiateilnehmerein Jutta Oltersdorf von der Jugendabteilung des TuS am Stufenbarren vorführte.