Nachwuchs redet mit

Aribert Rüssel

Von Aribert Rüssel

Mo, 06. Februar 2017

Teningen

Viertes Jugendhearing im Köndringer Jugendzentrum.

TENINGEN-KÖNDRINGEN. Ein wenig mehr Jugendliche hätte man sich gewünscht beim vierten Jugendhearing im Köndringer Jugendzentrum mit Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker sowie Anna Siemens und Philipp Grange vom Kinder- und Jugendbüro. Ziel der in allen Ortsteilen stattfindenden Jugendanhörungen ist es, Ideen und Wünsche von Jugendlichen zu sammeln und Umsetzungsmöglichkeiten zu suchen. Außerdem geht es darum, sich Gedanken zu machen, in welcher Form Jugendliche an Gemeinderatsbeschlüsse herangeführt werden können.

Hagenacker betonte, dass es ihm um einen aufrichtigen Dialog mit der jungen Generation gehe, auch weil er die Meinung der jungen Mitbürger als wichtig für den Entwicklungsprozess einer Gemeinde bewerte. Nur so könnten die Entscheidungsgremien die Erwartungen der Kinder und Jugendlichen einbeziehen und als Ausgangspunkt zur Weiterentwicklung einer verbesserten Lebenssituation in der Gemeinde berücksichtigen.

Lobende Worte fand er für das Jugendzentrumsteam unter dem Vorsitz von Samuel Ludorf, das sich mit viel ehrenamtlichem Engagement um die Instandhaltung des Jugendzentrums kümmert. Dank ihrem Einsatz im vergangenen Jahr erstrahlt das Jugendzentrum im neuen Glanz, auch wenn der eine oder andere Wunsch – wie der nach der Sanierung der Sanitärräume – noch offen ist. Aber hier sei das Team auch bereit, so weit wie möglich selbst Hand anzulegen. Ludorf regte außerdem die Einrichtung eines offenen W-Lan-Zugangs ein. Zurzeit nutzen etwa 30 Jugendliche im Alter von 17 bis 24 Jahren regelmäßig das Zentrum.

Couragiert und offen wurde diskutiert, als es um allgemeine kommunalpolitische Fragen ging. Wieder einmal stand die Frage nach einer Umgehung im Raum, als einzige vernünftige Lösung, um die Verkehrssituation in Köndringen wirkungsvoll zu entlasten. Die Einrichtung einer Tempo-30-Zone wurde von den Jugendlichen nicht als ein besonders gelungenes Allheilmittel angesehen. Hagenacker wies auf die Entwicklungsgeschichte der Ortsumfahrung hin und gestand ein, dass ein reales Konzept wohl in weiter Ferne liege. Die Lösung müsse für ihn aber mittelfristig woanders liegen, auch weil mit der jetzigen Lösung eine allgemeine bauliche Ortsentwicklung nicht möglich sei. Als Beispiel nannte er auch den Kronenplatz in Teningen, der bei einer Verkehrsberuhigung auch als Kommunikationsfläche genutzt werden könnte. Wie schwierig solche einschneidenden Maßnahmen seien, zeige sich auch am Beispiel der neuen Rheintalbahntrasse, begründete er seine Erläuterungen.