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04. Juni 2013

Der Wind-Widerstand formiert sich

Eine Bürgerinitiative lädt zur Diskussion zum Thema Windkraft, um Mitstreiter gegen die Anlagen in der Region zu finden.

  1. Windkraft und Wandern – geht das nebeneinander gut? Die Bürgerinitiative zum Schutz des Hochschwarzwaldes findet nicht. Sie lädt in zwei Wochen zu einer Podiumsdiskussion zu dem Thema Windkraft im Schwarzwald nach Titisee ein. Foto: Thomas Winckelmann / dpa

  2. Windkraft und Foto: dpa

HOCHSCHWARZWALD. Sie wollen keine Windräder. Die Bürgerinitiative zum Schutz des Hochschwarzwaldes sieht die Region durch die Windkraftwerke gefährdet. Um möglichst viele Mitstreiter zu gewinnen, setzt die Bürgerinitiative auf Öffentlichkeitsarbeit. Am 14. Juni findet in Titisee eine große Veranstaltung statt, Experten sprechen zu dem Thema. Von den Tücken der Stromerzeugung, den Auswirkungen von Ultraschall oder den Kosten von Windkraftanlagen – Kritiker sollen hier eine schlüssige Argumentation gegen Windräder an die Hand bekommen.

"Windkraft im Schwarzwald – Gewinn oder Verlust, Nutzen oder Schaden?", lautet der Titel der Podiumsdiskussion, zu der die Bürgerinitiative einlädt. Die Fragestellung scheint objektiv. Auch die geladenen Experten sind keine erklärten Windkraftgegner. Es referieren etwa Professor Helmut Alt, von der Fachhochschule für Energietechnik Aachen oder Jan Voßwinkel vom Centrum für Europäische Politik. Doch so sachlich die Vorträge sein werden, unparteiisch ist die Veranstaltung nicht. Wirkliche Windkraftbefürworter sitzen nicht auf der Bühne.

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Wie viel CO2 spart Windkraft?

Der Bürgerinitiative geht es um den Schutz der Landschaft, die sie durch Windräder gefährdet sieht. Der Schwarzwald sei ein wahres Naturparadies, ist die Bürgerinitiative der Auffassung. Eine sinnstiftende Landschaft, Erholungsgebiet für Menschen, der Lebensraum für seltene Tiere. Allerdings begründet die Bürgerinitiative die Ablehnung der Windräder nicht nur mit der Schönheit der Natur und dem Freizeitwert des Schwarzwaldes. Vielmehr werden Argumente ins Feld geführt, die den Sinn von Windkraftanlagen in der Region infrage stellen. "Der Nutzen von Windrädern ist unter anderem daran zu messen, ob damit bei konventionellen Kraftwerken weniger Energie hergestellt werden muss und ob dadurch der CO2-Verbrauch sinkt", sagt Hans Ritter, Mitglied der Initiative. Daran nämlich hat er seine Zweifel. Der Strom aus dem Wind werde unregelmäßig produziert. Wenn kein Wind weht, müssen andere Kraftwerke einspringen, diese müssten ständig bereit sein. Durch diese stete Bereitschaft würde viel Energie verloren gehen. Auch über die Kosten soll gesprochen werden. "Denn ohne Subventionen würden sich die Anlagen nicht rechnen", sagt Ritter. Auch das Thema Gesundheit wird eine Rolle bei der Diskussion spielen.

Mitstreiter gewinnen

Im Großen geht es den Menschen der Bürgerinitiative darum, Mitstreiter zu gewinnen, und zwar nicht nur im Hoch-, sondern im gesamten Schwarzwald. Sie wollen die Entscheider in den Gemeinderäten auf ihre Seite bekommen, die Touristiker und die Naturschützer. Gerade Letztere sind bei dem Thema Windkraft oft gespalten, wenn sie sich zwischen Strom aus Wind und Landschaftsschutz entscheiden sollen.

"Das Thema ist emotional und es polarisiert", sagt Ritter. Vom Bundestag bis zum Ortschaftsrat und bei den Bürgern selbst kommt es bei der Windkraft zu Diskussionen. Auch das ist eines der Anliegen der Initiative: Windkraftgegnern soll eine schlüssige Argumentation mit auf den Weg gegeben werden. Und noch einer Gruppe soll geholfen werden, nämlich denen, die kein gutes Gefühl gegenüber Windrädern haben, aber glauben, in puncto Windkraft sei ohnehin schon alles entschieden. Denn auch wenn von der Politik das Ziel ausgegeben wurde, in den nächsten Jahren die Windkraft stark auszubauen – die genauen Standorte sind noch nicht festgeschrieben.

Mehr Informationen finden Sie im Internet unter http://www.windkraftgegner-schwarzwald.de

DIE PODIUMSDISKUSSION

Die Veranstaltung "Windkraft im Schwarzwald – Gewinn oder Verlust, Nutzen oder Schaden?" findet statt am Freitag, 14. Juni, im Kurhaus Titisee. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr und dauert bis etwa 20 Uhr. Interessierte sind willkommen.  

Autor: swo

Autor: Sebastian Wolfrum