Forderung nach Zehnfachabstand

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 24. November 2017

Titisee-Neustadt

Windkraftgegner verfassen Aufruf an Bürgermeister.

TITISEE-NEUSTADT (BZ). Fast alle 70 Besucher einer Informationsveranstaltung in Titisee haben nach Angaben der Bürgerinitiative zum Schutz des Hochschwarzwalds einen Aufruf an den Planungsverband unterzeichnet. Der Aufruf fordere die Bürgermeister auf, sich ihrer gesundheitspolitischen Verantwortung zu stellen. Dafür sollen sie der Forderung des Gemeinderats von Titisee-Neustadt folgen, die einen Abstand vom Zehnfachen der Höhe möglicher Windkraftanlagen zu Wohnbebauung reklamiert.

Der Planungsverband ist seit Jahren und bisher ergebnislos damit befasst, Flächen auszuweisen, die als Windkraftstandorte geeignet sind. Es gibt nur mögliche Standorte, das sind Fehrn, Glasberg und Wintersberg, alle Gemarkung Titisee-Neustadt. Ein solcher Flächennutzungsplan gilt als Instrument, unerwünschten Wildwuchs durch Investorentätigkeit zu verhindern.

"Bürger werden im Unklaren gelassen"

"Politiker aller Ebenen lassen die Bürger zur Zeit im unklaren über weitere Pläne beim Windenergie-Ausbau, doch es ist zu befürchten, dass die Landschaftszerstörung anschließend umso rascher fortschreitet". So zitiert die Mitteilung Georg Etscheit. Der Journalist war der Referent des Abends. Von ihm stammt das Buch "Geopferte Landschaften".

Laut der Mitteilung äußerte sich Professor Werner Roos aus Neustadt als Sprecher der Bürgerinitiative zur Erfolgskontrolle des Windenergie-Ausbaus. Demnach wies er unter anderem darauf hin, dass es der mit Schwankungen anfallende Windstrom nicht erlaube, Kernkraftwerke abzuschalten. Speicher, die auch nur annähernd zwischen Windbergen und Flauten vermitteln könnten, seien nur theoretisch darstellbar und würden eine zentrale Stromversorgung unbezahlbar machen. Weiter heißt es, Roos sei auf das Gesundheitsrisiko durch Windkraftanlagen eingegangen und habe ärztlich erhobene Stress-Befunde wie Schlafstörungen, Angstreaktionen, Blutdruckanstieg und erhöhtes Infarkt-Risiko angeführt.

In der von Gustl Frey, Sprecher der CDU-Gemeinderatsfraktion, moderierten Diskussion sei es auch um Klimaverbesserung ohne Windenergie gegangen. Sie habe sich bessere Ansätze versprochen: Ersatz von Braunkohle durch Erdgas, Forstschritte bei der solargestützten Wasserstoff-Technologie, lokale Energiekopplung und die Änderung der energieintensiven Arbeits- und Lebensweise.