Lange Warteliste für Mietwohnungen

Eva Korinth

Von Eva Korinth

Sa, 15. Dezember 2018

Titisee-Neustadt

Bauverein schließt mit Überschuss ab, die Genossen erhalten 7094 Euro Dividende.

TITISEE-NEUSTADT. Mit rund 54 000 Euro Überschuss hat die Baugenossenschaft Bauverein Neustadt das 112. Geschäftsjahr 2017 abgeschlossen.

Keine Probleme gebe es derzeit, frei werdende Wohnungen zu vermieten, informierte Roland Lange in der Hauptversammlung im "Jägerhaus" in seinem Lagebericht. Da die Genossenschaft frei werdende Wohnungen stetig saniert und in zeitgemäßen Zustand versetzt, sieht der Vorstand auch langfristig keine Risiken, sie vermietet zu bekommen. Geschäftsführerin Ute Schaal sagte, dass es derzeit einen deutlichen Nachfrageüberhang gebe und eine lange Warteliste geführt werde. Auf dem örtlichen Wohnungsmarkt gebe es wenige Mietwohnungen und viel selbstgenutztes Eigentum. "Der Mietwohnungsmarkt ist begrenzt, wir bemühen uns, bezahlbaren Mietraum anbieten zu können."

369 Genossenschaftsmitglieder tragen den Bauverein. Der verwaltet und vermietet in 39 Mietshäusern 149 Wohnungen, das Genossenschaftsbüro, 90 Garagen und einen Geräteraum. Die durchschnittlich erzielte Sollmiete lag bei 4,73 Euro je Quadratmeter. 77 Wohnungen haben einen Mietpreis je Quadratmeter zwischen 4,21 bis 4,80 Euro. 17 Mieterwechsel, davon zwölf Aus- und Einzüge und fünf Erstbezüge nach Baumaßnahmen bedeuteten elf Prozent Fluktuation.

Ende 2017 betrug das Anlagevermögen rund 5,5 Millionen Euro, was 94 Prozent der Bilanzsumme entsprach (knapp 5,9 Millionen Euro). Die Verbindlichkeiten gegenüber Banken schrumpften gegenüber 2016 um 13 000 Euro auf 3,35 Millionen Euro. Das Eigenkapital lag bei rund 2,2 Millionen (37 Prozent der Bilanzsumme) und erhöhte sich durch den erwirtschafteten Jahresüberschuss von 54 000 Euro. Der Bilanzgewinn betrug mit Jahresüberschuss und Gewinnvortrag vom Vorjahr sowie Einstellung der gesetzlichen Rücklage etwas mehr als 399 000 Euro. Der Bauverein war stets liquide.

Die Ertragslage war vor allem geprägt durch die Mieterlöse in Höhe von 652 000 Euro. Denen standen entgegen Aufwendungen in Höhe von 203 000 Euro für Instandhaltungen, Abschreibungen 151 000 Euro, Zinsen für Dauerfinanzierungsmittel 94 000 Euro, Personal 126 000 Euro und Sachaufwendungen 47 000 Euro. Die Genossen erhalten als Bardividende 7094 Euro.

Für das laufende Geschäftsjahr 2018 ist ein Überschuss von 53 000 Euro geplant.

422 000 Euro wurden für Modernisierungen, Sanierungen und Reparaturen in die Hand genommen. Hiervon floss etwas mehr als die Hälfte in den Neubau zweier barrierefreier Wohnungen im Haus Stalterstraße 73. Der Rest wurde für Sanierungen auf der Biberwiese und für drei Objekte an der Stalterstraße ausgegeben. In den drei Doppelhäusern an der Stalterstraße wurden der Dachboden gedämmt sowie zwei Wohnungen grundsaniert, eine teilsaniert und die Garagentore umgerüstet. In der Ringstraße 34 wurden Balkone angebaut, das Haus energetisch gedämmt, eine neue Heizung mit Solarzthermie eingebaut und drei Bäder saniert.

Bürgermeisterstellvertreter Leopold Winterhalder lobte die Arbeit von Vorstand, Aufsichtsrat und Geschäftsführung. Er fand, es sei ein gutes Zeichen und spreche für den Bauverein, dass die Versammlung zügig vonstattengehe: "Alle haben sehr gut gearbeitet. Der Nutzen für die Mitglieder ist sehr hoch." Günstige Wohnungen seien wichtig, er habe das Gefühl, dass immer mehr Freiburger in den Hochschwarzwald ziehen. Das werde durch die Breisgau-S-Bahn sicher noch verstärkt werden.

Ehrungen: Seit 50 Jahren sind Lothar Kleiser, Erich Vogt, Wilhelm Gromann, Kurt Kiefer, Karl-Heinz Keller und Gerhard Schönfeld und Paul-Peter Fluck Mitglieder im Bauverein, sie wohnen teils auch in Wohnungen des Vereins. Geschäftsführerin Ute Schaal überreichte ihnen Geschenkkörbe.

Wahlen: Für weiter drei Jahre wurden Beate Zapf und Hans-Peter Hensle in den Aufsichtsrat wiedergewählt.