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28. August 2009

Tier und Mensch in völliger Harmonie

Als einsamer Reiter wirbt Hans Schmutz um Spenden für "Ärzte ohne Grenzen"

  1. Der Pferdeflüsterer Hans Schmutz mit seinen Gefährten auf der Suche nach einer bescheidenen Unterkunft in Titisee Foto: Marion Pfordt

TITISEE-NEUSTADT. Den Cowboyhut tief in die Stirn gezogen, einsam an einen Zaun lehnend, wartet Hans Schmutz neben seinem Pferd, der Hund schleicht brav um die idyllische Szenerie an der heiß flirrenden Landstraße im Bärental. Zehn Tage lang streift der Pferdeflüsterer aus der Schweiz durch den Schwarzwald ganz allein mit seinen beiden tierischen Gefährten und sammelt auf seiner Tour Spendengelder für Ärzte ohne Grenzen.

Hans Schmutz ist selbst kein Arzt, doch sieht er sich mit dieser Organisation verbunden, "weil auch ich Grenzen überschreite”, wie der einsame Reiter von sich sagt. Im letzten Jahr zog er hoch zu Ross vom roten Teppich in Cannes bis nach Bern, rund 760 Euro Spendengelder konnte er an die Ärzte ohne Grenzen übergeben. Geld braucht der Pferdeflüsterer selbst auf seinem Weg zurück nach Hause zu seiner "Magic Vision Ranch” nicht viel, das würde schließlich seiner Reise für den guten Zweck widersprechen, meint er.

Los ging es in Schonach, dann über Triberg, Furtwangen, Titisee, Schluchsee, Waldshut, Laufenburg, zurück in die Schweiz. Jeden Abend gehen er und sein Pferd "Firevision Magic" auf die Suche nach einem Nachtquartier. Irgendwo auf seinem Weg klopft er an die Türe eines Hofes oder eines Gasthauses. Die Menschen gehen meist freundlich zu auf den Abenteurer auf guter Mission und gewähren ihm nach Möglichkeit eine kostenlose Herberge, etwas Wasser für die Tiere und manchmal auch eine kleine Mahlzeit. Hans Schmutz nimmt, was ihm freundlich geboten wird: "Manchmal schlafe ich in einem Hotelzimmer mit vier Sternen, manchmal schlafe ich unter Millionen von Sternen”, erzählte er schmunzelnd. Die Nachtlager bezahlen musste er auf seinen bislang fünf Spendenritten nirgendwo in Europa − außer in Titisee, wo dem sympathischen Pferdenarr Skepsis eines Einzelnen, wie er abwägt, entgegenschlug. Doch die Landschaft des Schwarzwaldes sei einmalig. Ein Abenteurer sei er, schon immer gewesen. Seine Touren, die stets im Schritt, niemals im Trab oder gar Galopp beritten werden, tragen noch eine weitere Mission: Der einsame Reiter will auf seinen gewaltfreien Umgang mit dem Pferd aufmerksam machen. Seine Empfehlungen und Tipps hat er in einem Buch zusammengetragen.

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Unterwegs ohne Gerte und Zaumzeug
Von einem Zusammenleben von Tier und Mensch in völliger Harmonie ist der Schweizer Rancher überzeugt. Weder Gerte noch Zaumzeug braucht er, um sein folgsames Pferd durch die Straßen des Schwarzwaldes zu bringen. Warum er denn alles nur im Schritt reite? "Ich mag es nicht, mit einem schweren Rucksack herumzuspringen, das Pferd mag es nicht mit dem schweren Hans herumzuspringen”, so einfach ist das. Bereits mit zwei Jahren setzte ihn der Vater zum ersten Mal auf ein Pferd, mit zehn Jahren bekam er sein erstes eigenes - einen Esel. Sein Wissen im Umgang mit Pferden hat Hans Schmutz sich durch das jahrzehntelange Beobachten und Hineinfühlen in die Seele der Tiere angeeignet. Er wünscht sich mehr Reiter, die seiner Methode folgen. Mehr Menschen die ohne Zaum und Sattel auf einen Pferderücken wagen, getragen von Harmonie und Vertrauen.

"Genug erzählt, jetzt wissen Sie viel über mich”, sagt Hans Schmutz. Der Abend steht vor der Tür und der einsame Reiter muss mit Hund und Pferd noch ein Nachtlager finden, irgendwo im Hochschwarzwald ...

Infos unter:    www.magic-vision-ranch.com

Autor: Marion Pfordt