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31. Mai 2016 18:42 Uhr

Spielclub "Dice Devils"

"Würfel-Teufel" sind Feuer und Flamme für Brettspiele

In Zeiten der Spielekonsole sind Monopoly und Co. oft außen vor. Das wollen eingefleischte Anhänger in Neustadt nicht hinnehmen. Sie bieten 900 Varianten Spielspaß an.

  1. Natürlich hat der Neustadter Spielclub auch den Klassiker „Mensch ärgere dich nicht“ im Angebot. Foto: Verwendung weltweit, usage worldwide

"Würfel-Teufel": Der Name hört sich mächtig an. Doch die "Dice Devils" sind nicht weniger und nicht mehr als ein Spielclub, der sich eingehend mit Gesellschafts-, Brett- und Kartenspielen beschäftigt. Anfang des Jahres hat er Räume an der Gutachstraße in Neustadt bezogen. Bis dahin war er im Bahnhof in Titisee untergebracht, allerdings mehr schlecht als recht.

Das Haus des Rotkreuz-Ortsvereins bietet eine neue Bleibe, in der man sich richtig wohlfühlen kann, wie Michael Waibel berichtet, der seit den Anfängen 1999 dabei ist. Hier wird künftig ein Spieleverleih angeboten. Von Donnerstag, 9. Juni, an und jeden weiteren Donnerstag zwischen 18 und 20 Uhr können sich Spielfreudige kurzweilige Beschäftigung für gesellige Runden besorgen.

900 verschiedene Spieletitel stehen zur Auswahl

Sie haben eine große Auswahl, denn mittlerweile besteht die Sammlung aus annähernd 900 verschiedenen (!) Titeln, die in den Regalen an- und übereinandergestapelt stehen. Einschließlich Dopplungen klettert die Marke gar auf mehr als 1000 Spiele. Und das Schöne daran ist: Die Leihe kostet rein gar nichts.

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Die Ludothek, wie man solche Ausleihen für Spiele nennt, dient einzig und allein dem Zweck, das Kulturgut Spielen zu pflegen und zu fördern. Um Waibel schart sich ein harter Kern von noch vier Spielverrückten (im positiven Sinn). Hinzu kommt einigermaßen regelmäßig ein halbes Dutzend Gleichgesinnter. Bestückt wird die Sammlung auf der privaten Schiene: Club-Mitglieder kaufen sich Spiele und bringen sie mit, sie bleiben Eigentümer, und natürlich gilt die Maßgabe, dass Nutzer sorgsam damit umgehen. Wer bei der Ausleihe ein paar Euro als Spende für Neuanschaffungen ins Kässchen wirft, wird daran nicht gehindert.

Das Mitspielen ist komplett umsonst

Das Angebot laufend auf dem neuesten Stand zu halten, ist nicht möglich. Das verdeutlicht Waibel an der schieren Zahl von 900 bis 1000 Neuerscheinungen – jährlich, wohlgemerkt. Man orientiert sich für Anschaffungen an den "Spiel des Jahres"-Listen und freut sich über das eine oder andere Belegexemplar, das ein Spielverlag hin und wieder bereitstellt. Waibel selbst findet "Pandemie" ganz gut, bei dem alle gegen das Spiel spielen. Auch "Colt Express", "Patchwork" oder "Samsara" stehen hoch im Kurs. Aber auch die Klassiker haben weiterhin einen guten Stand, sei es "Mensch ärgere dich nicht", "Monopoly", "Vier gewinnt", "Uno" oder "Jenga".

Da das DRK-Haus regelmäßig als Café international dient, wandern die Spiele auch in die Runde mit Flüchtlingen. Hier geht, was ohne lange Erklärungen und mit wenigen Worten auskommt, Memory an erster Stelle, oder neu ein Spiel namens "Five", das fünf einfache Gelegenheiten bietet.

Mit ungebrochener Begeisterung und den neuen Räumen im Hintergrund, hoffen die "Dice Devils", dass sie den Kreis der Spielfreudigen ausweiten können. Deshalb das Angebot der Ausleihe. Deshalb aber auch das zusätzliche Angebot eines offenen Spieleabends einmal im Monat im Buchladen im Roten Haus. Auftakt dazu ist am Freitag, 3. Juni, um 18.30 Uhr und danach immer jeden ersten Freitag im Monat am selben Ort zur selben Zeit.

Mit Herr der Ringe-Figuren fing alles an

Kommen, schauen und spielen darf, wer Spaß am Spielen hat, der Eintritt ist frei. Waibel & Co bringen eine kleine Auswahl an verschiedenen Spielen aus der Ludothek mit für einen spannenden Abend. Es wird weder um Geld gespielt, noch dienen die Spielabende kommerziellen Zwecken. "Unser Ziel ist ausschließlich der Spaß am Spiel, und das möchten wir weitertragen", betont Michael Waibel. Die Anfänge des Spielclubs gehen zurück bis 1999.

Damals waren sogenannte Tabletop-Spiele in Mode, bei denen man mit kleinen Figuren in die Welt von "Herr der Ringe", Rittern, Fantasy und das Abenteuer im Universum eintauchte. "Ein Hobby wie Modelleisenbahn", sagt Waibel, wenn man Schlachten nachspielt mit Maßband und Würfeln – deshalb auch der Name Dice vom englischen Würfel. Viele junge Leute waren dabei, die aber nicht dauerhaft blieben, weil sie von Schule und Ausbildung gefordert wurden. Die Übriggebliebenen wandten sich dann den Gesellschaftsspielen zu.
Offener Spieleabend

Erstmals am Freitag, 3. Juni, von 18.30 Uhr an im Buchladen im Roten Haus am Hirschenbuckel in Neustadt; danach jeden ersten Freitag im Monat.

Ludothek im DRK-Haus Gutachstraße 26: Erstmals am Donnerstag, 9. Juni, von 18 bis 20 Uhr; danach jeden Donnerstag.

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Autor: Peter Stellmach