Verein Heimatpfad fährt Sparkurs

Dieter Maurer

Von Dieter Maurer

Fr, 28. April 2017

Breitnau

In 2017 werden wieder einige Projekte angegangen, um der jungen Generation ein Stück Heimat zu erhalten.

HOCHSCHWARZWALD. Altes Schwarzwälder Handwerk bis hin zu den ersten frühindustriellen Entwicklungen in einer lebendigen, musealen Darstellung zu präsentieren, ist das Ziel des 1987 gegründeten gemeinnützigen Vereins Heimatpfad Hochschwarzwald. Seit drei Jahrzehnten zeigt das Freilichtmuseum im Hofgut Sternen, die Vielfalt der einst ausgeübten Berufe und erläutert geschichtliche Hintergründe. Trotz "Spar-Haushalt" werden auch 2017 neue Projekte angegangen.

Bei der Mitgliederversammlung im Steigen-Haus des Hofguts Sternen ging der technische Fachwart Theo Gremmelspacher auf den baulichen Zustand der Großjockenmühle ein: "Das alte Schindeldach ist marode und muss durch eine neue Dachdeckung ersetzt werden". Die voraussichtlichen Kosten bezifferte der Architekt mit rund 20 000 Euro. Die Dachreparaturen am Bahnhof Höllsteig seien erledigt. Das Zollhaus muss neu gestrichen werden. Beim Deutschen Mühlentag an Pfingstmontag (5. Juni) werde der Heimatpfad erneut aktiv mitwirken.

Von einem "richtigen Sparjahr 2016" sprach Schatzmeister Thomas Schuler. Sein Lob galt den Helfern bei den Vorführungen der Säge und der Seilerei: "Sie haben richtig was bewegt und für 2680 Euro Einnahmen gesorgt". Vorsitzender Josef Haberstroh stimmte in das Lob mit ein: "Dieses Engagement ist einfach vorbildlich". Aufgrund der geringen Ausgaben erzielte der Verein einen Überschuss. So konnten weitere 15 000 Euro Darlehen an den Förderverein zurückbezahlt werden. Die noch offenen 5000 Euro, so Schuler, sollen 2017 getilgt werden.

Der "Sparhaushalt 2017" schließt in Einnahmen und Ausgaben von 20 500 Euro. Die Mitgliedsbeiträge veranschlagte Thomas Schuler mit 8000 Euro, an Spenden erwartet er 3200 Euro. Weiter fließen werden die Zuschüsse des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald (5100 Euro) sowie der Gemeinden Breitnau und Hinterzarten (je 1300 Euro). Die Vorführungen von Säge und Seilerei kalkulierte der Finanzchef mit 1600 Euro. Für den Wiederaufbau einer Ölmühle mit Hanfreibe werden 11 600 Euro zurückgestellt. Das Objekt stammt aus Sulzburg, wurde demontiert und soll in diesem Jahr in Höllsteig errichtet werden. Dazu sind Zuschüsse von Leader und des Denkmalamts nötig. Barbara Müller, Stadträtin in Titisee-Neustadt, lobte bei der einstimmig erteilten Entlastung die Arbeit des Vorstands: "Hier wird ein Stück Heimat erhalten". Sie wünschte "weiterhin viel Freude bei der ehrenamtlichen Tätigkeit". Nach Angaben von Josef Haberstroh sind die Sägen und die Seilerei bis zum 1. Oktober stets am ersten und dritten Sonntag zwischen 11.30 und 15.30 Uhr in Betrieb. Einzelführungen sind in Absprache möglich.

In den nächsten Wochen ist außerdem ein Helferfest geplant.

Der Vorsitzende der Wandergruppe Schauinsland-Freiburg-Kappel, Manfred Barhofer und seine Stellvertreterin Susanne Janoff überreichten einen Scheck über 785 Euro. Die Wandergruppe empfiehlt ihren Mitgliedern den zehn Kilometer langen Heimatpfad als familienfreundlichen permanenten Wanderweg.

Klaus-Michael Tatsch erläuterte ein Projekt der Gemeinde Hinterzarten mit der Hochschule Rostock. Darin wird das Schwarzwälder Skimuseum kostenneutral in einem Werbeverbund genannt. Der stellvertretende Vorsitzende und Bürgermeister von Hinterzarten bot an, den Mühlentag mit aufzunehmen.

Sowohl der Heimatpfad als auch der Förderkreis Skimuseum seien dringend auf neue Mitglieder angewiesen, erklärte Haberstroh. Beide Vereine widmeten sich der Pflege von Heimat und Kultur: "Wir haben viele gemeinsame Schnittstellen." Vor diesem Hintergrund kann sich Haberstroh ein Zusammengehen beider Vereine "gut vorstellen".

Tatsch will das Thema im Förderkreis Skimuseum zur Sprache bringen: "Es ist eine Vision. Wir können ohne jeden Zwang die Vor- und Nachteile einer Fusion abwägen und sehen, was die Mitglieder dazu sagen". Jedenfalls "passen beide Vereine bestens zusammen". Gerrit Müller regte an, das Schwarzwälder Skimuseum in die Heimatpfad-Route miteinzubeziehen. Tatsch fand dies eine "prima Idee." Angesprochen wurde von Klaus Drubba der Zustand der Gebäude am Bahnhof Hirschsprung. Haberstroh: "Ich stehe mit einem der Eigentümern in Kontakt. Sie befinden sich in privater Hand. Eines der Häuser wird derzeit langsam restauriert."