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17. August 2010

Der "Tölt" als reitsportliche Krönung

Zwei junge Nachwuchsreiter und der Vörstetter Mooswaldhof machen Werbung für den Reitsport mit Islandpferden.

  1. Sie sind von der Zukunft des Pferdesports mit den kleinen Islandpferden überzeugt (von links): Christopher Weiss mit Simba vom Steinadlerhof, Johanna Erber mit Gryla vom Sunderhof sowie Christine Bühler auf dem Gelände ihres Mooswaldhofes bei Vörstetten. Foto: frederik skorzinski

VÖRSTETTEN. Der Islandpferdesport ist hierzulande nur wenig bekannt. Zwei Nachwuchstalente aus dem Raum Freiburg beginnen aber, daran etwas zu ändern. Bei den Deutsche Jugend Islandpferde Meisterschaften in Kassel, haben Christopher Weiss mit dem zweiten Platz im Tölt und Johanna Erber mit dem Sieg in der Dressur beachtliche Erfolge errungen. Für Christopher Weiss bedeutet dieses Ergebnis die Berufung in den Bundeskader. Er darf sich nun zu den 15 besten deutschen Nachwuchstalenten seines Sportes zählen.

Bei der Frage, was Islandpferde von anderen Pferden unterscheidet, sind sich die beiden sofort einig: "Sie sind einfach cooler, und leichter zu handeln."Aber", fügt Christopher gleich hinzu, "sie sind trotzdem super Sportpferde!"

Damit widerspricht er gleich der allgemeinen Wahrnehmung, dass Islandpferde klein und süß seien, so ähnlich wie Shetland Ponys eben. Die einzige Gemeinsamkeit liege in der Schulterhöhe, hier entsprechen Islandpferde eher den Ponymaßen. Kraft, Ausdauer und sportliches Vermögen halten jedoch jedem Vergleich mit gewöhnlichen Pferden Stand.

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Mit dem Tölt und dem Pass beherrschen Islandpferde sogar Gangarten, die nur ihnen eigen sind. Der Tölt und der Fünf-Gang, in welchem alle fünf Gangarten Schritt, Trab, Galopp, Tölt und Pass gefragt sind, sind die Königsdisziplinen dieses Reitsportes.

Christopher Weiss zweiter Platz hat ihm nun, nach Jahren konstant guter Leistungen, einen der wenigen Plätze im deutschen Bundeskader beschert. Er ist somit für die nächsten WM-Wettkämpfe qualifiziert. Für Johanna Erber reichte es dagegen knapp nicht. Sie gewann zwar die Dressur, diese hat aber nicht den selben Stellenwert wie Tölt und Pass. Sie wird es nächstes Jahr erneut versuchen.

Beide wollen noch lange mit Islandpferden arbeiten, sehen ihre berufliche Zukunft jedoch vorerst woanders. Während Christopher eine Ausbildung zum Physiotherapeuten macht, hat Johanna sich vorgenommen zu studieren.

Alleine das Trainieren der Islandpferde erfordert täglich mindestens eine Stunde und da sind Vor- und Nachbereitung noch lange nicht mit inbegriffen. Von Islandpferden kann man nur schwer leben, die Bedeutung des Sports ist hierzulande noch sehr gering.In naher Zukunft sind hier jedoch auf der im April eingeweihten Ovalbahn Turniere geplant. "Das nächste Turnier findet in Karlsruhe statt, die nächste Ovalbahn liegt auch dort oder in Pforzheim", meint Christine Bühler, die mit ihrem Bruder Martin Bühler den Mooswaldhof gegründet hat.

Vörstetten wird so zum Vorreiter der Islandpferdebewegung. Islandpferdefreunde können selbst wichtige Turniere kaum im Fernsehen verfolgen, aber "in ein, zwei Jahren" so Christoph, "kennen die Leute diesen Sport." Besonders mit der WM 2013 in Berlin verknüpfen die drei große Hoffnungen. Islandpferde seien etwas Besonderes und die einzige Rasse, für die eigens eine WM abgehalten werde.

Auch auf Christine Bühlers Hof sind beinahe alle 65 Pferde Isländer. Diese Spezialisierung plus die guten Bedingungen waren die Hauptgründe für Christophers Wechsel an den Mooswaldhof. Johanna und er fuhren nun, bevor es für sie in die Sommerferien ging, zu den bayerischen Meisterschaften.

Autor: Frederik Skorzinski